Deutschland in den späten 1960ern. Mathilda landet in einem kirchlichen Erziehungsheim - nicht weil sie etwas verbrochen hat, sondern weil sie Missbrauch angezeigt hat.
Zwischen starren Regeln, zensierten Briefen und dem gefürchteten „Raum der Besinnung" findet sie Mädchen, die ähnliche Schicksale tragen. Gemeinsam schaffen sie sich am „oberen Bänkchen" einen Ort der Wahrheit - und beginnen, sich zu wehren.
Ein autofiktionaler Roman: lakonisch, zärtlich und von großer Dringlichkeit.
Mathilda wird in ein kirchliches Erziehungsheim gesteckt, weil sie es gewagt hat, die Wahrheit zu sagen. Deutschland in den späten Sechzigerjahren: Wer als uneheliches Kind den Mund aufmacht, wird nicht geschützt, sondern weggesperrt.
Hinter den Mauern der Anstalt trifft Mathilda auf Mädchen, die ähnliche Geschichten mit sich tragen - Geschichten von Gewalt, Schweigen und einer Gesellschaft, die lieber wegsieht. Doch zwischen Waschküche, Küchendienst und dem gefürchteten Bunker entsteht etwas, das niemand eingeplant hat: eine Gemeinschaft, die sich nicht brechen lässt. Am oberen Bänkchen, einem versteckten Aussichtspunkt im Heimgelände, teilen sie ihre Wunden und schmieden Pläne.
Christine Hauser-Jabs erzählt autofiktional, schonungslos und mit einem Humor, der selbst in den dunkelsten Momenten aufblitzt. Ihr Roman verbindet persönliche Erfahrung mit einer Geschichte über Widerstand, Freundschaft und die unbändige Kraft junger Frauen, die sich weigern, unsichtbar zu bleiben.
Ein Buch, das alle berührt, die wissen wollen, was hinter der glänzenden Fassade des Wirtschaftswunders geschah - und was Solidarität selbst unter härtesten Bedingungen vermag.
- Authentisches Zeitdokument über Heimerziehung im Wirtschaftswunder - basierend auf wahren Schicksalen
- Starke weibliche Solidarität und Found Family inmitten repressiver Nachkriegsstrukturen
- Hochaktuell: Aufarbeitung institutioneller Gewalt und Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen
- Für Leserinnen gesellschaftskritischer Romane mit emotionaler Tiefe und historischer Relevanz
- Hoffnungsvolle Coming-of-Age-Geschichte trotz Trauma - mutig, berührend, ohne Kitsch
Christine Hauser-Jabs
Im neunten Jahr nach dem 2. Weltkrieg wurde Christine Hauser-Jabs 1954 als uneheliches Kind in eine Flüchtlingsfamilie geboren, die es, aus Bromberg kommend, in das kleine Städtchen Spaichingen in Baden-Württemberg verschlagen hatte. Mit der Heirat eines Trinkers brachte die Mutter nicht nur einen Mann ins Haus, sondern auch noch größere Armut, Kinderreichtum und häusliche Gewalt. Die Autorin schlug sich als Mitglied einer Kinderbande durchs Leben, brachte eine aufregende Jugend, einen Heimaufenthalt in einer geschlossenen Bildungsstätte, unzählige Jobs und Abenteuer hinter sich, um dann, nach einiger Bildungsarbeit und in Eigenregie, ein Leben nach eigenem Gusto zu gestalten.
Ohne Freundinnen und Freunde hätte das nicht geklappt!
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