In Städten so verschieden wie Addis Abeba, Istanbul, Mexico City und Berlin ist das Konzept der „dispossession“ für Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und Künstler*innen derzeit eine zentrale Referenz im Hinblick auf die gewaltsamen Aneignungen von Land, Körpern und Beziehungen im Kontext von kolonialer Plünderung, korporativem Landgrabbing, vom Staat geleiteter, großflächiger Umsiedlung, urbaner Gentrifizierung, usw. Die Realitäten der damit verbundenen Kämpfe und öffentlichen Revolten bilden den Ausgangspunkt des künstlerisch-kollektiven Arbeitsbuchs "Despite Dispossession". Es liefert Reflexionen, Anregungen und Übungen für informelle und ephemere Taktiken der Beanspruchung und epistemischen Intervention. Das Projekt findet Inspiration in den Epistemologien des Südens, dekolonialisierenden Methoden sowie Black Aesthetics und postuliert, dass eine kunst-basierte Forschung, die Wissen, Tun und Fühlen zu vereinen versucht, die Komplexität von Enteignungsprozessen erfassen und mit Widerstand und Resilienz aufladen kann.──Mit Beiträgen von Anette Baldauf, Berhanu Ashagrie Deribew, Sílvia das Fadas, Naomi Rincón Gallardo, Rubén Gaztambide-Fernández, Elizabeth Giorgis, İpek Hamzaoğlu, Janine Jembere, und Rojda Tuğrul. Gestaltung: K. in Zusammenarbeit mit Wolfgang Hückel & Katharina Tauer.
Anette Baldauf
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