700 Kisten umfasst der Nachlass von Leni Riefenstahl. Kisten mit Zeitungsausschnitten, Filmrollen, Tonbändern, Kassetten, Briefen und Notizen. Der Autor Klaus Dermutz und der Filmregisseur Andres Veiel haben ihn erstmals untersucht und daraus neue Perspektiven für das Verständnis einer der bis heute umstrittensten Künstlerinnen gewonnen. Die Kindheit in Berlin, ihre Versuche, als Tänzerin Karriere zu machen, Zeit und Umstände des Olympia-Films, das Verhältnis zu ihren Eltern und zum Bruder, ihre verschiedenen Beziehungen, die Kontakte mit den Größen des Nationalsozialismus, ihr Briewechsel mit dem jüdischen Journalisten Manfred George nach dem Krieg, das Verhältnis zu Breker und Speer und zu den neuen Nazis in der Bundesrepublik – auf Grundlage all dieser Fakten und Funde werden ihr Ehrgeiz, ihre Skrupellosigkeit, ihre Manipulationskraft und ihre Lügen freigelegt und ästhetisch, ethisch und politisch reflektiert. Dabei vereinigt das Buch zwei unterschiedliche Darstellungen: Klaus Dermutz erzählt chronologisch Riefenstahls Biographie und führt Gespräche mit dem preisgekrönten Regisseur Andres Veiel, in denen dessen persönliche Sicht und Einschätzung als Filmemacher auf die Regisseurin zur Sprache kommen.
Klaus Dermutz
Klaus Dermutz, geb. 1960 in Judenburg (Österreich), 1992 Promotion in Graz in Theologie mit einer Arbeit über den polnischen Theaterregisseur Tadeusz Kantor. Veröffentlichungen in Die Zeit, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, Theater heute. Von 2001 bis 2009 Mitherausgeber der Buchreihe ›Edition Burgtheater‹. Buchveröffentlichungen über die Theaterarbeit von Christoph Marthaler, Peter Zadek, Gert Voss, Andrea Breth, Klaus Michael Grüber sowie ›Das Burgtheater 1955-2005‹. Weitere Publikationen waren der Anselm-Kiefer-Gesprächsband ›Die Kunst geht knapp nicht unter‹ und die Ernst Happel-Biographie ›Genie und Grantler‹, zuletzt erschienen ›Barca – Evolution des Fußballs‹ und der Debütroman ›Sepsis‹. Klaus Dermutz lebt in Berlin.
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