Benefiziat Alois Brigl wollte eine landwirtschaftliche Schule gründen. Doch die Bauern zeigten dafür kein Verständnis. So schenkte er das Anwesen dem Landesverband "Barmherzigkeit" in Innsbruck, dessen Vorsitzender, Msgr. Sigismund Waitz, es den Schwerstbehinderten widmete. Grazer Schwestern übernahmen die Führung, und bald füllte sich das Haus mit Patienten aus ganz Tirol. Finanziert wurde es zum Großteil mit Spenden. Es wurde das Josefshaus dazugebaut und ein Friedhof angelegt. Als die Grazer Schwestern sich 1925 zurückziehen mussten, traten an ihre Stelle die Barmherzigen Schwestern von Zams, die das Haus 1947 kauften und mehrmals erneuerten. Die neue Kirche wurde das Wahrzeichen des Jesuheims. Die Zahl der Heimbewohner stieg auf über 200, von denen einige literarisch, künstlerisch und auch handwerklich begabt waren. Das einst mit einem Makel behaftete Jesuheim erlebt heute viel Solidarität. Die Anlage wurde mit Hilfe der Landesregierung von Grund auf erneuert. Vorliegende Geschichte des Jesuheims ist auch ein Spiegelbild der politischen und sozialen Entwicklung Südtirols.
Josef Innerhofer