Am 14. August 1928 kam es zu einem vertraulichen Treffen zwischen Hitler und Ettore Tolomei in München, bei dem über Hitlers Einstellung zu Südtirol gesprochen wurde. Tolomei sandte über diese „Gespräche mit Hitler“ einen Bericht an Mussolini. Hitler hatte bei Tolomei anscheinend einen guten Eindruck hinterlassen: „Hitler è un uomo politico giovane e di grande e matura energia, di focose parole, di sconfinata fiducia in se stesso.“ (Hitler ist ein junger Politiker von großer und reifer Energie, von feurigen Worten, von grenzenlosem Selbstvertrauen.) Auf die Italianisierungsmaßnahmen in Südtirol angesprochen, antwortete Hitler sehr grob und abfällig, das sei ihm „ganz wurst“. Er meinte, dass die Südtiroler, oder „diese vier Älpler von Bozen und Meran“, keine Behinderung für Deutschlands Außenpolitik darstellen dürften.
„Adolf Hitler entlarvt!“ So lautete die Überschrift eines Plakats, das kurz vor der Reichstagswahl im Mai 1928 zu sehen war. Der Vorwurf: Hitler stehe unter der Kontrolle Mussolinis und opfere Südtirol zugunsten seiner Bündnispolitik mit Italien.
Tatsächlich widersprach Hitlers Verzicht auf Südtirol der nationalsozialistischen „Heim ins Reich“-Politik. Schon früh wurde ihm dies von politischen Gegnern und auch von Mitstreitern und anderen rechtsextremen Gruppierungen vorgeworfen. Besonders während der Reichstagswahlen der 1920er-Jahre wurde Südtirol so zum Thema der politischen und medialen Auseinandersetzung.
Sabine Viktoria Kofler
Studium der Geschichtswissenschaften in Innsbruck. Forschungsschwerpunkte in der Zeitgeschichte. Arbeiten zum Ersten Weltkrieg und Zwischenkriegszeit, Frauen- und Geschlechtergeschichte. Mitarbeit am Forschungsprojekt „Der Saltner – Amtsperson und Kunstfigur“ (2018–2020).
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„Der Autorin gelingt es, aus der Fülle des verfügbaren Materials wesentliche Argumentationsmuster zu destillieren und in überzeugender Form aufzubereiten. Wer sich künftig mit der Geschichte Südtirols in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert befassen will, wird an ihrem Buch nicht vorbeikommen.“
Aus dem Vorwort von Sven Felix Kellerhoff, Autor von „‚Mein Kampf‘. Die Karriere eines deutschen Buches“
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