Heli Ryhänen (geb. 1971), die von der Kunsthalle Helsinki 2010 zu den vier interessantesten Positionen zeitgenössischer finnischer Bildhauerei gezählt wurde, schafft Figurenkonstellationen wie dreidimensionale tableaux vivants. Ihre Puppen stellt sie in ebenso alltägliche wie existentielle Situationen.
Die Puppe/Marionette ist Erdklumpen, Homunculus, Golem, Cyborg, Surrogat oder Idol. Wir spielen mit der Puppe und ihren surrealen Möglichkeiten, und gleichzeitig lockt sie uns auf den schmalen Grat zwischen Bewusstsein und Traum. In den Beziehungen zwischen uns und der Puppe (i.e. Heli Ryhänens Figuren) steckt der Keim des Verstörenden und des Unheimlichen. Angesichts der in vielen Lebensbereichen forcierten Virtualität der digitalen (Spiele-)Welt, die uns unseren Körper potentiell als umfassend veränderbar denken lässt, ist das Unheimliche nicht so weit von unserer Realität entfernt, wie wir manchmal glauben möchten.
Bildhauerei Finnland Gegenwartskunst Skulptur