Ägypten am Ende des 19. Jahrhunderts: Die Deutsche Almuth Ebeling ist auf einem Esel vor dem Araber Nasir Halim geflohen, bei dem sie als Erzieherin seiner Töchter angestellt war. In der mittelägyptischen Stadt Siut (heute Asyut) findet sie Zuflucht. Dort begegnet sie der todkranken Deutschen Elisa Ebbeke, deren Mann Thomas bei einer Afrika-Expedition ums Leben gekommen ist. Die Sterbende bittet Almuth, ihr eine letzte Bitte zu erfüllen. Sie soll Thomas Eltern aufsuchen, die Elisa selbst nie persönlich kennengelernt hat, und mehr – es scheint, unerfüllbar viel mehr. „Ich bitte dich, Almuth, geh zu den Eltern, aber nicht als eine Fremde. Geh hin – für mich, Almuth, für mich.“ Almuth leistet das Versprechen und kehrt nach Elisas Tod nach Deutschland zurück. Aber fortan ist sie nicht mehr Almuth Ebeling. Sie lebt eine „barmherzige Lüge“ … „Unser Herrgott hat’s nun einmal so gewollt. Gott sei Dank, daß wir wenigstens dich haben, Elisa.“
Erich Lennard
Unterhaltungsroman Versprechen an eine Sterbende an Schwiegertochters statt falsche Identität Ägypten