„Des Kindes dünner Schrei drang in das Zimmer hinaus wie ein kurzer Jammer, einer neuen Seele ahnende Angst vor der Erde, ein Grauen vor dem Leben, das aus heimlichen Quellen stieg, tief drunten, weit zurück. Vielleicht war es nur die Kälteempfindung eines kleinen Körpers außerhalb des schützenden dunkeln Mutterschoßes. Ein einziges schwaches Wimmern erzählte, daß nun ein Mensch mehr hier sei.“ Mit diesen Zeilen beginnt der Roman: Else Raben hat ein Kind geboren; geboren in eine kalte Welt, die alles andere als heil ist, in der der Einzelne sich fortwährend bewähren und durchsetzen muss. Und doch ist dieser episodenreiche Jugend-, Mädchen- und Familienroman alles andere als ein düsteres, pessimistisches Buch, sondern im Gegenteil vielmehr ein glühendes Plädoyer für die Menschlichkeit und die Zuversicht, was besonders in der Figur der ins Zentrum gestellten Frauengestalt Mette deutlich wird, die, aus der Großstadt neu zugereist, mit freiem Lebensgefühl, Güte und Hilfsbereitschaft zwischen die ein wenig allzu bürgerlichen Bewohner der norwegischen Kleinstadt tritt und so eine turbulente Reihe von Ereignissen in Gang setzt. Der Roman findet seine Fortsetzung in dem Band „Klein Mette“.
Barbra Ring
Familienroman Jugend Mädchenroman Unterhaltung norwegische Kleinstadt unorthodoxe Frauengestalt