Da ist der alte Riebe auf Star, ein prächtiger Mensch; Vater von zwölf Kinder, raubeinig und doch herzensgut. Da ist Kud Karre auf Barstad, schwerfällig und schweigsam, bei dem die Frau das Regiment führt, weil er selbst nicht gut wirtschaften kann. Der flotte Paul Menck auf Mimru macht allen jungen Damen im Umkreis den Hof und ist als Casanova verschrien. Auf Ober- und Unter-Risse sitzt der undurchsichtige Archibald Waak, von dem man sich sagt, er sei ein Spion. Und da ist, über diese und viele weitere so trefflich und lebensecht gezeichneten Figuren hinaus, vor allem die junge Karen Karre, ein liebenswerter, natürlicher Mensch, der der prallen, überbordenden Handlung unter all den rauen, durch die Umwelt geprägten Bauern eine bezaubernde Anmut verleiht. Sie alle haben teil an einem engen Kreis von Menschen, in den hinein sie geboren wurden und in dem sich ihr Leben erfüllt. Barbra Ring lässt in ihrem Roman einen vielfältigen, ja kaleidoskopartigen Mikrokosmos entstehen, dessen Sog sich der Leser nicht zu entziehen vermag und der ihn so bald nicht mehr aus seinem Bann in den „Kreis“ entlässt.
Barbra Ring
Frauenpersönlichkeit Menschenporträts Mikrokosmos Unterhaltung norwegisches Kleinstadtleben