Die symphonische Programmmusik gehört zu den kontroversesten
Erscheinungen des Wiener Konzertlebens der zweiten Hälfte des
19. Jahrhunderts. Die damals in der Presse veröffentlichten
Besprechungen dieses Repertoires verhandelten neben Faktur und
Gattung der Werke auch die künstlerische Befähigung der aufgeführten
Komponisten. Im Rahmen solcher Erörterungen, in denen nicht das
Werk, sondern der Künstler im Zentrum der Kritik stand, spielten
zudem Aspekte wie nationale oder religiöse Zugehörigkeit eine
bedeutende Rolle.
Im vorliegenden Band wird der Wiener Pressediskurs über
symphonische Programmmusik aus rezeptionsgeschichtlicher
Perspektive untersucht. Auf der Grundlage von eintausend
Musikkritiken wird das breite Spektrum an Bewertungskriterien,
die für die Urteilsbildung zahlreicher zeitgenössischer Rezensenten
maßgeblich waren, analysiert und deren historische Bedingtheit
reflektiert.
Bianca Schumann
Bianca Schumann studierte
Musikwissenschaft, Philosophie,
Instrumentalpädagogik (Klavier)
sowie Kunst- und Kulturmanagement
in Düsseldorf, Wien und Lüneburg.
Nach ihrer Promotion beschäftigte
sie sich mit Eduard Hanslicks
Briefnachlass und arbeitet derzeit
an ihrem Habilitationsprojekt zu
Klavierwettbewerben im Kalten
Krieg.
Tongemälde symphonische Programmmusik Musikgeschichte