Zu einem Star des Wissenschaftsbetriebs wird der viktorianische Versicherungsmediziner John Hutchinson, als er 1846 sein Spirometer erfindet. Es misst, wie viel Luft in der Lunge Platz hat. Die Lebenstüchtigkeit eines Menschen hänge davon ab – glaubt er – und nennt seinen Messwert deshalb Vitalkapazität. Womit er die junge Wissenschaft der Statistik befeuert, deren Götter Normwert, Durchschnitt und Glockenkurve heißen, und deren Apostel zugleich Fortschrittler und Eugeniker sind. Völlig unbegreiflich verlässt der vom Adel hochgelobte Wissenschaftler auf der Höhe seines Ruhms Frau, Kinder und England für die australische Goldgräberstadt Bendigo.
Ein verspielt ironischer Roman über Ehrgeiz, aristokratisches Selbstverständnis und die Schwierigkeiten wissenschaftlichen Fortschritts.
Über die Anfänge medizinischer Methoden aus dem Geist der Statistik und der Wahrsagerei
Ein historischer Roman zwischen Liebe, Medizin, Verrat und Macht
Witzig, klug, voll überraschender Einsichten
Michael Lichtwarck-Aschoff
Michael Lichtwarck-Aschoff war Intensivmediziner und Lungenfacharzt. In seiner medizinischen Karriere stieß er auf Fragen, die er nie beantworten konnte. Erzählend geht er jetzt, einigen davon nach. Im Zentrum seiner Überlegungen steht dabei weniger, wie es in der Geschichte der Wissenschaft wirklich war, sondern wie es gut auch anders hätte sein können.
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