Die kulinarische Erfolgsgeschichte der österreichischen Mehlspeisküche spiegelt sich in ihren zeitlosen Rezepten – ob für Kaiserschmarrn, Esterházyschnitten, Radetzkytorte, Napoleonschnitten, Sachertorte oder Ischler Törtchen.
Dabei ist das Erfolgsrezept seit Jahrhunderten gleich geblieben: Mehlspeise ist immer auch Augenschmaus. Die Food-Designer von gestern waren jene erfinderischen Zuckerbäcker, Konditoren und Bäcker, die mit Tortenspritze, kandierten Früchten, Modeln, Schokogussformen und Gebildbroten wahre Kunstwerke auf den Tisch zauberten. Schon bei den Römern der Antike wurden Kuchen in kunstvollen Reliefmodeln gebacken. Während man im Mittelalter augenzwinkernd Nonnenfürzchen kredenzte, erhielt im Barock die Linzertorte ihr typisches Gitterdekor.
In vielen Süßspeisen spiegelt sich zudem der Einfluss anderer Kulturen und Länder: neben der böhmischen Küche wurden auch Anregungen aus der bäuerlichen Kost bis hin zu der osmanischen Süßspeisenküche in die Wiener Küche gleichsam inkorporiert.
Hannes Etzlstorfer
Dr. Hannes Etzlstorfer: Kurator der gleichnamigen Ausstellung, Kunst- und Kulturhistoriker, Ausstellungskurator und Kulturjournalist, Autor und Herausgeber vieler Bücher und Ausstellungskataloge, erstellte wissenschaftliche Konzepte und arbeitete an mehr als 90 Ausstellungen zur Kunst- und Kulturgeschichte im In- und Ausland mit.
Ausstellung Geschichte Kultur Mehlspeise Mistelbach an der Zaya Österreich