Xaver Bayer ist nicht dafür bekannt, Erwartungen zu erfüllen. Zwanzig Jahre hat er uns warten lassen auf diesen Roman, und jetzt ist er da – und fällt völlig aus der Zeit. Hauch ist ein Briefroman, was darin passiert, steht in und zwischen den Zeilen, die einander zwei schreiben. Veit ist Schriftsteller, Dora Übersetzerin, sie haben die Abmachung getroffen, einander ein Jahr lang nicht zu sehen. Wir erfahren nicht, warum, es ist ein Spiel, ein Experiment. Dora lebt in der Stadt und fühlt sich den Zumutungen unserer Zeit zunehmend schutzlos ausgesetzt, Veit bezieht seinen Posten in einem alten Bauernhof am Land, streift durch die verlassene Gegend, beobachtetdie Vögel, die Bäume, den Wind. Beide betrachten die Gegenwart, ohne sie zu teilen, beide üben den Rückzug, jeder auf seine Weise. Die Entfernung zwischen den beiden ist nicht groß, aber sie bleibt auch nicht gleich. Siewächst, wie die Sehnsucht nach einem anderen Leben.
Der erste Roman von Xaver Bayer seit 20 Jahren
Ein unzeitgemäßeres Buch ist kaum denkbar, und zugleich leuchtet keines die Angst-Räume unserer Gegenwart so hell aus
Xaver Bayer
Xaver Bayer, geboren 1977 in Wien. Mehrere Auszeichnungen, u.a. Hermann-Lenz-Preis 2008, Österreichischer Buchpreis 2020, Robert-Musil-Stipendium 2023. Zuletzt erschienen: »Poesie« (2023), »Heute könnte ein glücklicher Tag sein« (2025, Neuausgabe seines Debütromans).
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