Max Reinhardt, ein Hausheiliger der Salzburger Festspiele, führt in der "Jedermann"-Inszenierung vor dem Dom bis heute ein gespenstisches Nachleben, in dem seine Vertreibung durch die Nazis und sein trauriges Ende im amerikanischen Exil restlos ausgelöscht sind.
In "Reinhardt" (Afterlife, engl. Originaltitel) blendet der britische Dramatiker Michael Frayn zurück ins Salzburg der 1920er und 1930er Jahre. Mit einem brillanten Kunstgriff travestiert er Hofmannsthals Moralität: Der reiche Jedermann verschmilzt mit dem Schlossherrn von Leopoldskron, und der Tod ist nicht gottgesandt, sondern ein Nazi.
Außer dem Stücktext enthält die deutsche Buchausgabe das NAchwort des Autors, in dem er seiner Faszination durch Reinhardt, diesen "Traumtänzer zwischen Kunst und Leben", nachgeht, sowie einen Essay der Theatehistorikerin Evelyn Dutsch-Schreiner, der Reinhardts "Nachleben" nach 1945 als gezielt lancierten "österreichischen-amerikanischen Mythos" präsentiert. Zusammen mit einer Zeittafel und historischen Fotos bieter "Reinhardt" so einen profunden Einblick in ein versunkenes Kapitel Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts.
„Michael Frayn ist eine Mischung aus Stephen Hawking und Feydeau. Bei ihm gibt es kein Gelächter ohne Ideen, aber auch keine Ideen ohne Gelächter.“ The Times, London
Michael Frayn
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