Will Quadflieg war ein Schauspiel-Star, sein Aufstieg begann im »Dritten Reich«. Jahrzehnte nach seinem Tod findet die jüngste Tochter Roswitha sein Tagebuch. Begonnen kurz vor Ende des 2. Weltkriegs. Es zeichnet Will Quadfliegs 103 Tage andauernde Odyssee durch ein zerstörtes Land nach. Und es ist das Zeugnis seiner Verblendung. Es wird Zeit für ein ernstes Gespräch zwischen Tochter und Vater, das es zu Lebzeiten nie gegeben hat.
»Was also hast du im Krieg gemacht?«
März 1945. Die Rote Armee rückt täglich näher an Berlin heran. Angst und Ver zweifllung grassieren unter der Zivilbevölkerung. Gibt es eine Möglichkeit, zu entkommen? Die Eltern von Roswitha Quadflieg trennen sich. Die Mutter flieht mit zwei Kindern in ihre Heimat Schweden. Der Vater, einer der berühmtesten Schau spieler seiner Zeit, zieht weiter durchs Land, rezitiert Gedichte vor Soldaten der Wehrmacht und fängt an, ein Tagebuch für seine Frau zu schreiben. Als ihre Mutter stirbt, findet Roswitha Quadflieg das Tagebuch zusammen mit zahlreichen Briefen des Vaters. Diese Dokumente zeugen nicht nur von Flucht, Angst, Liebe und der Behauptung einer richtigen deutschen Kultur. Sondern auch von Schuld, falscher Sprache, Lüge und Selbstlüge. Roswitha Quadflieg rekonstruiert 103 Tage im Leben ihres Vaters und konfrontiert ihn posthum damit. Eine beeindruckende Beweisaufnahme, ein erhellendes Zwiegespräch.
Spitzentitel Sachbuch
80 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg
Begleitheft, Bestellnr. 284/89602
Medienschwerpunkt
Lesungen
Mit zahlreichen Abbildungen, Personenregister, Zeittafel und Landkarte
Will Quadflieg
Will Quadflieg, 1914 in Oberhausen geboren, 2003 in Osterholz-Scharmbeck gestorben, war einer der profiliertesten, international bekannten, deutschen Schauspieler, der 1937 an der Berliner Volksbühne seine Karriere begann. Er wirkte in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit. Zu seinen bekanntesten Rollen zählt der Faust in der Inszenierung von Gustav Gründgens (1957). Das Fernsehpublikum begeisterte er in Dieter Wedels Vierteiler »Der große Bellheim« (1992). Bis kurz vor seinem Tod stand er auf der Bühne.
2. Weltkrieg 80 Jahre Kriegsende Daniel Kehlmann Flucht Breslau Gustaf Gründgens Victor Klemperer
»Ein außergewöhnliches Zeitdokument.« rbb»Ein wertvoller Beitrag zur Erinnerungskultur.« Hörzu
»Eine beeindruckende Vater-Befragung« Christian Schröder, Tagesspiegel
()
»Nicht nur ein augenöffnendes Plädoyer dafür, Fragen zu stellen, bevor es zu spät ist, sondern auch dafür, das Grauen stets auch in den Grautönen zu suchen.« Nora Bruckmüller, Oberösterreichische Nachrichten
»Was Roswitha Quadflieg mit diesem Buch und ihrer kritischen Reflexion hinsichtlich seines Lebens, besonders anhand des Tagebuchs, geleistet hat, ist enorm.« lustaufbuch
()
»Ein berührendes Ringen um Nähe.« Oliver Kaever, Der Spiegel
()
»Das Buch dokumentiert den einzigen Weg zur Geschichte, der möglich ist: verstehen zu wollen und dabei der Tatsache ins Auge zu blicken, dass die Handelnden der Welt von gestern den Heutigen auf immer entrückt bleiben werden.« Oliver Kaever, Der Spiegel
In »Ich will lieber schwiegen« führt Roswitha Quadflieg einen gehaltvollen Dialog, mit einem, der eigentlich überhaupt nichts sagen wollte. Astrid Mayerle, BR2
»Roswitha Quadflieg hat gründlich recherchiert und leuchtet in ihrem Buch ein spannendes Stück Zeitgeschichte aus.« Ruth Asseyer, kultur-port.de
»Ein erhellendes Zweisgespräch« Elbe Weser Kurier
»Das Tagebuch Will Quadfliegs aus den Jahren 1945/46 und die Fragen seiner Tochter sind eine erkenntnisreiche Lektüre und ergänzen die Memoiren des Schauspielers.« Klaus Völker, Theater heute
»Roswitha Quadflieg tritt von der ›Bühnenwirklichkeit‹ ein paar Schritte zurück und erzählt von der Kunst eines Mannes, der sein Publikum tief bewegt, die ihm am nächsten stehenden Menschen als solche aber nicht einmal wahrnimmt.« Hans-Albrecht Koch, FAZ
»Roswitha Quadflieg widmet sich Themen, die Haltung verlangen.« Sigrid Brinkmann, Deutschlandfunk
»Die Art, wie Will Quadflieg sich durch die NS-Zeit brachte, ist vermutlich stellvertretend für viele Biografien: Überlebensdrang, Pragmatismus, eine gewählte Blindheit.« Christiane Lutz, Süddeutsche Zeitung
»Dieses Buch ist in seiner feinen, schonungslosen Nüchternheit und bewussten Nicht-Verurteilung eine grandiose Ausgrabung über Generationen hinweg. Man hat es zwar geahnt. Versteht es aber jetzt besser.« Gerhard Stadelmaier, Darmstädter Jury »Buch des Monats e.V.«
»Ihr sei es nicht darum gegangen, ihren Vater vom Sockel des Ruhms zu holen. (…) Es gehe eher um die Komplementierung einer Figur: Was steckt in diesem Menschen?« Verena Schmitt-Roschmann, Westfälischer Anzeiger
»Das Buch mit vielen Abbildungen ist ein Zeugnis deutscher Geschichte« Ruhr Nachrichten