Der erste Roman des Bestsellerautors! Bov Bjergs bisher unbekannter Debütroman. Die Druckauflage wurde bei einem Lagerbrand vernichtet. Nun erscheint der Text erstmals für ein breites Publikum.
Paula ist Ende dreißig und übersetzt Gebrauchsanweisungen. Sie lebt in den USA, »schon so richtig amerikanisch dick« – eine »Verschollene«, die ihrer Heimat doch nicht entkommen kann: Denn eines Tages muss sie sich auf den Weg zurückmachen. Widerstrebend reist sie noch einmal in das Dorf ihrer Kindheit. Das von der Schwester bewohnte Elternhaus wird zum Schauplatz einer atemberaubenden Geschichte. Paulas Vater war Friedhofssteinmetz, und nun ist sein eigenes Grababgelaufen. Es ist an Paula, seinen Stein abzumontieren und nach Hause zu schaffen. – Deadline ist ein suggestiver Roman, der die Schocks modernen Menschseins überragend gestaltet, mit spielerischer Sprache und makabrem Witz.
Bov Bjerg
Bov Bjerg, Jahrgang 1965, gehört zu den wichtigsten Schriftstellern der deutschen Gegenwart. Er gründete verschiedene Berliner Lesebühnen mit und tritt alljährlich beim »Kabarettistischen Jahresrückblick « auf. Sein zweiter Roman Auerhaus verkaufte sich 300.000 Mal und wurde für renommierte Theaterhäuser adaptiert und auch verfilmt. Für das erste Kapitel seines dritten Romans, Serpentinen, der auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand, gewann er den Deutschlandfunk- Preis beim Bachmann-Wettbewerb.
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„‘Existenz ist als Seinsart in sich Endlichkeit‘“, heißt es bei Heidegger, bei Heiner Müller, so knapp und knorrig wie möglich: ‚Zeit ist Frist‘. Diese Frist wird nun wiederum durchquert von anderen Fristen, von so genannten deadlines. Seien es Abflugzeiten, Abgabetermine oder Bewerbungsschlüsse. Der moderne Mensch, oder nennen wir ihn, der scheinselbstständige Freelancer, arbeitet auf diese Fristen hin, und werden sie verfehlt, warten sicherlich schon die nächsten auf eine neue Anstrengung, sie zu meistern. Anfrage und Lieferung des Gewünschten kommen rund um die Uhr per Email, alles findet gleichzeitig statt und in der Onlineredaktion hat der Redaktionsschluss längst abgedankt. Eine einzige Frist allerdings wird niemand verfehlen — und das ist die letzte. Übrig bleibt ein Körper — und seine Verwesung dürfte nach wie vor ein analoges Phänomen sein, selbst wenn die Liegezeiten auf deutschen Friedhöfen befristet sind. DEADLINE beschreibt ein Leben aus digital diktierten Etappen, gelebt von einem Körper, der in den letzten Jahrhunderten kaum Zeit fand, sich an die technischen Möglichkeiten seiner Verwertung anzupassen. Ein nervöser, sich selbst beschleunigender Roman über die Konkurrenz zwischen letzten Chancen und letzten Dingen.“ Monika Rinck
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