Schröder Stadt Reinheim im Odenwald

Stadt Reinheim im Odenwald

von

Festschrift 650 Jahre Stadtrechte

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Beschreibung

Zur Einführung der Neuausgabe Es ist gerade mal etwas über 75 Jahre her, daß die Reinheimer Bürger der 650-jährigen Verleihung der Stadtrechte ihrer Kommune gedachten und dies mit einer großangelegten Festveranstaltung vom 24. Juni bis 6. Juli 1950 feierten. Dieses Jubiläum wollte die Stadt auch mit einer Chronik und Festschrift - für die Nachwelt - dokumentieren. Und es scheint, daß dies auch eine willkommene Gelegenheit war, um endlich den Blick von der Zeit des „1000-jährigen Reiches“ und dem fünf Jahre zuvor zu Ende gegangenen 2. Weltkrieges wegzulenken. Diese Zeiten waren von Entbehrungen und Verlusten, von undemokratischer Gängelung und blanker Gewalt geprägt und in nahezu jedem Haushalt spürbar. In vielen Familien waren kriegsbedingt Menschenopfer zu beklagen, und eine Gruppe, die jüdischen Mitbürger, wurde durch den Rassewahnsinn der Nationalsozialisten nahezu vollständig ausgelöscht. Im öffentlichen Bewußtsein wollte man von alledem mit dem Beginn der 1950-iger Jahre kaum mehr etwas wissen, um emotional Abstand zu gewinnen. Indessen war die Zeit noch nicht reif, das kollektive Trauma der NS-Zeit angemessen zu verarbeiten. In gewissem Umfang erscheint es verständlich, daß die zurückliegenden Jahre weitgehend ausgeblendet und verdrängt wurden. Mit dem 650-Jahrfeier-Fest sollte eine neue Epoche für die Stadt Reinheim beginnen und festlich begangen werden. Für die Chronik konnten dazu eine Reihe von Autoren gewonnen werden, die mit ihren Beiträgen die Entwicklung von Reinheim unter den verschiedensten Blickwinkeln im Zeitverlauf zeigten. Von den meisten Autoren ist bekannt, daß sie eine kritische Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus auszeichnete. Es ist nicht verwunderlich, daß die meisten Beiträge, soweit sie geschichtliche Verläufe darstellten, mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts endeten. Die Zeit war noch nicht reif für eine kritische Auseinandersetzung mit den Schrecken des 3. Reiches und des Weltkriegs. Walter Hotz beendete seinen Beitrag mit folgenden Worten: „Alle Geschichte ist ein Weg über Höhen und durch Tiefen. Alles Leben ist ständiger Wechsel. Das Rad des Glückes dreht sich ohne Unterlaß, es stürzt den Mächtigen, es hebt den Erniedrigten empor“. Dieser Blickwinkel relativiert die Dramatik dessen, was sich in der jüngsten Vergangenheit ereignete und auch an Reinheim nicht unbemerkt vorüberging. Unter den Autoren befanden sich vor allem Pfarrer und Lehrer, aber auch Menschen aus der Wirtschaft oder anderen Berufen. Man kann an den Aufsätzen erkennen, daß sie nicht professionell lektoriert wurden. Zugleich zeigt sich an den Beiträgen, wer auf diesem Gebiet eine gewisse Übung mitbrachte. Aber gerade das zeichnet sie auch als zeitgeschichtliche Elemente aus. Es wirft einen Blick auf die damals begrenzten Ressourcen, um ein solches Vorhaben unter den gegebenen Umständen auf den Boden zubringen. Daraus entstand ein bunter Bogen aus verschiedenen Genres. Orthographie und Interpunktion blieben weitgehend unverändert. Ergänzend an das Original werden Auszüge aus der Festschrift vorgestellt, so der Ablauf des 10-tägigen Festes und ein Ausstellerverzeichnis, welches die ganze Bandbreite von Handwerk, Handel und Industrie in der Stadt zeigt. Auch gibt es kurze biographische Notizen zu den Autoren dieses Bandes, die partiell lückenhaft oder ganz unvollständig sind. Es wäre ein zeitlich kaum vertretbarer Aufwand gewesen, sämtliche Personendaten schlußendlich zu recherchieren. Das Original ist heute vergriffen und kaum noch erhältlich. Daher hatte der Vorstand des Geschichtsvereins Reinheim-Ueberau e.V. beschlossen, diese Chronik neu aufzulegen. Mein Dank gilt Rosemarie Töpelmann, Leiterin des Heimatmuseums, für die Bereitstellung biographischer Daten. Manfred Müller, Celle, danke ich für die Gestaltung der Druckvorlage und dem Verleger Peter Dotterweich, Forstberg-Verlag, für seine logistische Unterstützung. Vielleicht sollte die vorliegende Chronik aus dem Jahr 1950 eine Fortsetzung erhalten, die das Geschehen in den Zeitläuften der Stadt und deren Entwicklungen nach 1950 bis in die heutige Zeit fortschreibt. Ich hoffe auf vielfaches und lebhaftes Interesse an dieser Neuauflage: Alteingesessene und neu zugezogene Mitbürgerinnen und Mitbürger können mit dieser Lektüre einen interessanten Eindruck über Reinheims Entwicklung bis zum Jahr 1950 gewinnen. Reinheim, im Juni 2026 Horst Philipp Bauer

Autor*in

Werner E. Schröder
Keine biographischen Angaben

Themen in »Stadt Reinheim im Odenwald«

Reinheim - das Tor zum Odenwald Festschrift zum Jubiläum 650 Jahre Reinheim Nachdruck der Festschrift von 1950

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Details

ISBN: 9783982886503
Verlag: Forstberg-Verlag
Erscheinung: 06.07.2026

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