Ein junger Mann auf der Flucht vor sich selbst. Fünf alte Peugeots. Eine Reise in die Sahara, auf der sich Freiheit und Kontrolle, Gewalt und Identität unaufhaltsam verschieben.
Frankreich in den 1970er-Jahren: Eddy, Sohn eines Neurochirurgen, ist Beobachter, Außenseiter und heroinabhängig. Nach einem Gewaltausbruch und dem Zusammenbruch in einer psychiatrischen Klinik gelangt er in eine Pariser Kommune. Dort trifft er auf Dede, eine charismatische Führungsfigur, und eine Gruppe junger Menschen zwischen politischem Idealismus, Hedonismus und latenter Gewalt.
Gemeinsam brechen sie nach Süden auf – über Marseille und Algier bis in die Sahara. Was als Reise beginnt, wird zur Konfrontation mit kolonialer Geschichte, radikalen Ideologien und Eddys eigener innerer Struktur. Mit jedem Kilometer verschmilzt er stärker mit der Maschine, der Landschaft und einer Kraft, die ihm zugleich fremd und erschreckend vertraut ist.
LE SABLE – Sand im Getriebe ist ein bildgewaltiger, psychologischer Roadroman über Sucht, Macht und die fragile Grenze zwischen Beobachtung und Handlung – literarisch, fragmentarisch und von der Intensität europäischen Autorenkinos.
Hannes Thorn
Hannes Thorn, geboren 1960 in Stuttgart, entstammt einer alten schwäbischen Industriellenfamilie. Früh
entwickelt er ein klares Gespür für Gestaltung und Ausdruck. Seine Ausbildung beginnt im Atelier des italienischen Künstlers Clizia, führt über Arbeit in einer Werbeagentur und praktische Tätigkeiten im
Bauhandwerk zum Architekturstudium in Berlin, wo er die Jahre um den Mauerfall prägend erlebt.
Erste komplexere Arbeiten in der Architektur werden ausgezeichnet und in der Fachwelt breit diskutiert und veröffentlicht. Es folgt ein zweites Studium im Bereich Produktionsdesign in Los Angeles. Insgesamt zwölf Jahre lebt und arbeitet er in Hollywood und New York und kooperiert mit internationalen Künstlern und Regisseuren, darunter David Fincher, Steven Spielberg und dem Avantgardisten Robert Wilson.
Mit der Rückkehr nach Europa löst er sich aus festen Strukturen und gründet ein eigenes Studio. Seither
arbeitet Hannes als unabhängiger Dokumentarfilmer, Gestalter, Regisseur und Autor. Seine Texte erscheinen regelmäßig in deutschsprachigen Publikationen.