Düster-humorvoll, schonungslos und zutiefst bewegend: Bandit erkundet auf meisterhafte Weise die unmögliche Entscheidung, entweder die Bande zur Vergangenheit zu kappen oder sich von ihren Schatten verschlingen zu lassen.
Mehr als zwanzig Jahre nach der Flucht vor der Brutalität seines Vaters kehrt Tadeusz nach Polen zurück. Als Junge hatte er das Land verlassen und Zuflucht in Israel gesucht, doch nun zieht es ihn — haltlos und entfremdet von Frau und Sohn — zurück zu der trümmerhaften Vergangenheit, die er hatte verdrängen wollen. In einem heruntergekommenen Kriegsveteranenheim in Warschau besucht er seinen Vater Stefan, den „Banditen“: Ein ehemaliger polnischer Partisan, schwerer Alkoholiker, und im Zerfall begriffener Titan. Stefan ist für Tadeusz ein wandelnder Widerspruch — er ist der Tyrann, der seine Kindheit zerstört hat, und zugleich der einzige Mensch, dessen Anerkennung ihm das Gefühl geben kann, wieder heil zu sein. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise durch die gespenstischen Landschaften Polens und kehren in das Dorf zurück, in dem Stefan geboren ist. Vor der ländlichen Kulisse kommt Stefans erschütternde Geschichte zur Sprache: Seine Jahre als Partisan im Zweiten Weltkrieg, die unaussprechliche Gewalt, die er erleiden musste, und die kalte Rache, die er nahm. In dieser Geisterlandschaft verschwimmen die moralischen Grenzen zwischen Opfer und Täter, Held und Tyrann, Vater und Fremder. Die Reise wird zu einer brutalen, dunklen Abrechnung mit der unausgesprochenen Wut, die von einer Generation zur nächsten weitergegeben wurde.
Düster-humorvoll, schonungslos und zutiefst bewegend
Gewinner des Sapir-Preises für den besten Debütroman
Eine erschütternde Odyssee ins Herz transnationaler Traumata
Itamar Orlev
Itamar Orlev ist Schriftsteller, Ghostwriter und Lektor für Literatur. Sein Debütroman Bandit (Am Oved) wurde mit dem Sapir-Preis für das beste Romandebüt ausgezeichnet und bislang in fünf Sprachen übersetzt. Bandit gewann den Points Best Novel Award (2020) und war in Frankreich für mehrere Preise nominiert, darunter den Prix Femina. Orlev studierte Dramaturgie an der Sam Spiegel Schule für Film und Fernsehen und Geschichte an der Universität Tel Aviv. Er veröffentlichte zahlreiche Kurzgeschichten in Literaturzeitschriften, mehrere Theaterstücke und das Kinderbuch HaAzlan haBatlan (Das faule Faultier, Am Oved Verlag). Orlev lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Berlin.
Trauma Vergangenheit Krieg Polen Israel Krieg
»Ich habe es mit Bewunderung und Schmerz gelesen. Ein beeindruckender, tief berührender Roman.« Zeruya Shalev
»Unfassbar gut geschrieben und packend erzählt. Von der ersten Seite an fesselt Bandit seine Leser mit seiner schrecklichen und zugleich unglaublich bewegenden Geschichte und lässt sie nicht mehr los. Ich glaube, dieser Vater wird mir als einer der einprägsamsten literarischen Figuren in Erinnerung bleiben, denen ich je begegnet bin.« Pierre Demarty, Seuil Editions
»Eine großartige Innenschau der menschlichen Seele ...« El Nacional»In seinem eindringlichen und meisterhaften Debütroman analysiert Itamar Orlev scharfsinnig die Widersprüche der menschlichen Seele.« Il Foglio
»Orlevs Schreibstil ist gleichsam üppig wie kontrolliert, simpel wie elegant, berauschend wie klar. Es wäre eine Untertreibung zu sagen, dass Orlev die Kunst der Erzählkunst vorzüglich beherrscht … Diesen Banditen werden wir nicht so schnell vergessen.« Le Télégramme