Die Autorin zeigt: Das Ritual der Zweitbestattung in Sumatra erfuhr nicht nur historische Einschränkungen aufgrund der christlich protestantischen Mission, sondern es unterlag auch der Gestaltung der Betroffenen in Form eines flexiblen Konservatismus und eines Aktualisierungsprozesses.
Julia Linder liefert eine wissenschaftlich aktuelle Arbeit über die Einwirkungen der christlichen Mission auf die Ritualpraxis der Toba-Batak in Sumatra, Indonesien. Sie erläutert die Grundlagen der vorchristlichen Religion der Batak und die sozial-religiöse Bedeutung der Zweitbestattung. Trotz historischer Restriktionen und Verbote hielt sich das Ritual im Verborgenen und wird so zu einem widerständischen Element. Ein kritischer Blick zeigt die verschiedenen Ebenen von Re-Aktionen der Batak-Gesellschaft unter Krieg, Mission, Kolonialbesatzung und modernem, unabhängigen Staat. Dabei sind die Batak die Akteure in ihrer Historie - Protagonisten der Dynamik im rituellen Wandel.
Julia Linder
Studium der Asienwissenschaften, Uni Bonn mit Bachelor- und Master-Arbeit 2009 und 20011; verschiedene Stiptendien; auch vom DAAD; Gastdozentin an der staatlichen Universität Medan, Indonesien 2013; tätig im UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V., Doktorandin an der Uni Bonn, Schwerpunkt Religionswissenschaft
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„Zweitbestattungsrituale sind Teil des kulturellen Repertoires, in dem permanent die Relationen zwischen verschiedenen Lebensbereichen und politisch-historischen Bedingungen neu verhandelt werden. Unterliegen sie zwar Modifikationen, bleiben sie doch das ‚kulturelle Gedächtnis der Gesellschaft‘ und Ausdruck der batakschen Ahnenreligion, die sich nicht in den privaten Zirkel, in die Privatsphäre hat abdrängen lassen, sondern ihren Platz in der Öffentlichkeit eingefordert hat.” Dr. Johann Angerler
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