Gibt es „gute“ Kinderarbeit? Welche Rolle spielt die Lieferkette bei der nachhaltigen Ausrichtung unserer Wirtschaft, und wie wird Corporate Social Responsibility (CSR) eigentlich in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland Nordrhein-Westfalen interpretiert? Diesen und weiteren Fragen geht das von der Mediengruppe macondo produzierte Jahrbuch „Global Compact Deutschland 2013“ nach. Zusätzlich bietet es Mitgliedern des Global Compact-Netzwerkes die Chance, besonders gute Beispiele nachhaltigen Wirtschaftens einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. UmweltDialog stellt das aktuelle Buch vor.
Dass die Zulieferkette für die Umsetzung nachhaltigen Wirtschaftens eine entscheidende Rolle spielt, steht für Experten außer Frage. Den Herausforderungen, denen sich Unternehmen bei der Integration ihrer Zulieferer in die CSR-Strategie konfrontiert sehen, widmet das aktuelle Jahrbuch daher auch folgerichtig ein eigenes Kapitel. Konkret geht es um Methoden, mit denen der eigene Code of Conduct auf die Lieferkette ausgeweitet und die Einhaltung überwacht werden kann. Wichtigste Voraussetzung ist für Ida Karlsson, Head of Sustainability Application & Operations RobecoSAM, dabei zu aller erst „ausreichendes Wissen über die eigenen Lieferanten“, da Unternehmen nur das managen könnten, was sie auch wissen.
Ein wichtiges Werkzeug zur Einbeziehung der Zulieferer sind Sozialaudits: Dabei sei es aber wichtig, den Begriff klar zu definieren, erläutert Richard Karmel, Managing Partner bei Mazars, in einem bemerkenswerten Interview. So würden isolierte Zertifizierungsmaßnahmen langfristig keinen Erfolg bringen, sondern trügerische Sicherheit simulieren. Dass dies für große Unternehmen ebenso gilt wie für den oftmals vernachlässigten Mittelstand, zeigt das Jahrbuch anhand zweier Initiativen des BMAS und des BMZ.
Weitere Themen der aktuellen Ausgabe:
Kinderarbeit
Kinderarbeit ist nach wie vor ein Problem für alle Unternehmen, die Teile ihrer (Vor-)Produktion ins Ausland verlagern. Für Kinder und Jugendliche ist die Tätigkeit in einem professionalisierten Arbeitsumfeld dabei nicht nur besonders anstrengend, oftmals leiden auch die körperliche und eigentlich immer die schulische Entwicklung darunter. Trotzdem fragt Barbara Küppers, Leiterin des Referates Kinderrechte von terre des hommes Deutschland e.V., ob es auch gute Kinderarbeit gebe und konstatiert: „Die Arbeit von Kindern ist nicht per se ausbeuterisch.“ Über die engen Grenzen dieser Aussage und Möglichkeiten, sich als Unternehmen gegen Kinderarbeit abzusichern, können sich Leser im zweiten Kapitel des Buches Informieren.
CSR in NRW
Nordrhein-Westfalen ist Deutschlands bevölkerungsreichstes Land. Noch immer ist es eng mit dem Ruhrgebiet, den Stahlbaronen und seiner Geschichte als Wiege der deutschen Industrialisierung verbunden. Mittlerweile hat aber auch die Hochtechnologie Einzug gehalten. Zahlreiche neue Unternehmen prägen heute das Bild als prosperierender Wirtschaftsstandort. Ob NRW auch im Bereich CSR zu den prägenden Ländern gehört, welche Akteure bei diesem Thema wichtig sind und wie die Politik das Thema fördern möchte, zeigt das dritte Kapitel des Buches.
Global Compact Inside
Einen Rückblick auf den Leaders Summit 2013 in New York und auf die Arbeit des Deutschen Global Compact Netzwerkers (DGCN) bietet das Kapitel „Global Compact Inside“. Im Interview zeigen Katharina Riese, Dr. Mathias John und Klaus Milke vom Lenkungskreis, welche Themen und Ziele sich das DGCN für 2014 und die kommenden Jahre vorgenommen hat.
Darüber hinaus zeigen 25 Unternehmen wie sie die zehn Prinzipien des Global Compact in ihre Geschäftsprozesse integrieren.
Elmer Lenzen
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