Oskar Freysinger Freysinger Rote Asche

Rote Asche

von Oskar Freysinger

Ein Spiel ist nur dann ein Spiel, solange es ein Spiel bleibt. Wird es auf die Wirklichkeit übertragen oder dient es dazu, die Wirklichkeit zu zwingen, sich seinen Regeln anzupassen, dann wird es zu einer gefährlichen Waffe.

EUR 16,90

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Beschreibung

Ein Spiel ist nur dann ein Spiel, solange es ein Spiel bleibt. Wird es auf die Wirklichkeit übertragen oder dient es dazu, die Wirklichkeit zu zwingen, sich seinen Regeln anzupassen, dann wird es zu einer gefährlichen Waffe. Die Figuren dieses Romans sind gleichzeitig auch Figuren in einem Spiel, das sie übersteigt, ein Spiel, das seine Verzweigungen Tag für Tag ausbreitet wie ein Rhizom, das sich an die Wirklichkeit krallt, um ihre Substanz auszusagen. Das Schachbrett, auf dem dieses grausame Spiel stattfindet, ist die frühere Sowjetunion, der unbarmherzige Brutkasten einer neuen Gesellschaft, deren Grundprinzipien nicht mit dem Fall der Berliner Mauer untergegangen sind. Wie ein besonders heimtückischer Virus haben diese mutiert und haben sich angepasst, um weltweit die Kontrolle über die Gesellschaft zu übernehmen. Die Kontrolle ersetzt die Gewalt, das Gefängnis weicht dem Labyrinth. Aufgrund des Schicksals einer Handvoll Menschen wird der Leser die Entstehung einer zerstörerischen und unmenschlichen Ideologie miterleben, wie sie in der Menschheitsgeschichte ihresgleichen sucht. Willkommen in der schlimmsten der möglichen Welten. Wer kennt heute die russische Revolution? Wie wird sie noch unterrichtet? Hundert Millionen Tote. Kein Nürnberger Prozess. Kollektiver Gedächtnisschwund als einziges Urteil der Geschichte. Auch hier wieder anerzogene Ignoranz … – Aus dem Vorwort von Marc Bonnant
Zaryzin, 1918 Gagarin spielte um sein Leben. Genauer gesagt, um die Zeit, die ihm noch zu leben blieb. Denn der weisse Offizier hatte es deutlich ausgedrückt: «Gewinne ich, wirst du erhängt. Gewinnst du, dann hast du dir den Erschiessungstod verdient.» Er hatte dabei gelächelt wie ein Grossvater, der seinem Kleinkind Schokolade anbietet. Doch Gagarin wollte weder das eine noch das andere. Er wollte leben. Leben, um zu kämpfen. Kämpfen, um der morschen Vergangenheit den Garaus zu machen und über Sinnlosigkeit und Chaos zu triumphieren. Sterben, vielleicht, aber mit der Waffe in der Hand. Er hätte alles gegeben, um nicht mit stierem Blick und schicksalsergeben wie ein Opferlamm abgeschlachtet zu werden! Gagarin hatte das Jugendheim der Komsomol vor ein paar Wochen verlassen müssen, weil die Frontsituation den Einsatz der allerletzten Kräfte erforderte. Dann war er, wie viele andere, mit einem Gewehr in die Strassen Zaryzins geschickt worden, um die Besetzung der Stadt durch die Weissgardisten zu verhindern. Das Kommando führte ein von Moskau abkommandierter Kommissar, ein schwarzhaariger, wortkarger Mann mit einem gewaltigen Schnurrbart, den alle nur «Koba » nannten. Kaum hatte dieser nach ein paar Tagen Freiwillige für eine Aufklärungspatrouille hinter den feindlichen Linien gesucht, als sich Gagarin auch sofort gemeldet hatte. Koba hatte ihn abschätzend angeschaut, ihm väterlich die Hand auf die Stoffmütze gelegt und, sich zu den anderen wendend, verkündet: «Die Revolution macht selbst Kinder zu Helden!»

Autor*in

Oskar Freysinger

Themen in »Rote Asche«

Sowjetunion SChach Spiel Thriller Fiktion Roman Freysinger Politik Moskau Leningrad

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Details

ISBN: 9783969664056
Verlag: Nova MD
Erscheinung: 01.08.2019

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