»Walter Trier ist unersetzlich. Daß dem so sei, spürte ich schon, als wir einander ... in Berlin kennenlernten und er mein erstes Kinderbuch, ›Emil und die Detektive‹, illustrierte. Ich empfand es während des Vierteljahrhunderts unserer Zusammenarbeit stets von neuem und in steigendem Maße. Und seit er tot ist, weiß ich’s erst recht. Sein Platz ist leer geblieben.«
(Erich Kästner, 1959)
Diese reich bebilderte Biografie verfolgt den spannenden Lebensweg eines der größten deutschen Humoristen: von seiner Kindheit im Schoße einer jüdischen Familie in Prag über die Ausbildung an der Münchner Akademie und die ersten Berufsjahre in Berlin bis zum Exil in London und Kanada.
Antje M. Warthorst schildert eine Künstlerkarriere, die von den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts und einer kritischen Weltsicht bestimmt ist und liefert damit zugleich eine Kultur- und Illustrationsgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit diesem Buch gelingt es der Autorin, Walter Trier aus dem Schatten von Erich Kästner zu holen, für dessen Kinderbücher er Illustrationen von Weltruhm schaffte.
Antje M. Warthorst
Dr. Antje M. Warthorst (Jg. 1965) lebt in Konstanz. Sie studierte Kunstgeschichte und Archäologie, u. a. an der Pariser Universität ›Sorbonne‹, mit Schwerpunkt auf der Malerei der Frührenaissance. Mittlerweile gilt sie außerdem als die beste Kennerin der Arbeit von Walter Trier.
Während ihrer Tätigkeit an den ›Staatlichen Museen zu Berlin‹ war sie auf den vergessenen Künstler aufmerksam geworden und konnte 1999 eine erste Ausstellung realisieren. 2006 folgte eine umfangreiche Retrospektive im ›Wilhelm-Busch-Museum‹, Hannover. Das 2007 gegründete ›Walter Trier-Archiv‹ dient der Erforschung des Werkes von Walter Trier, der kritischen Grafik im Allgemeinen und des ›Grotesken Realismus‹ im Besonderen. Außerdem unterstützt es private Forschungsarbeiten sowie diverse Großprojekte, etwa das von der Bundesregierung geförderte Online-Portal ›Europeana Collections 1914–18‹; Ausstellungen wie die des ›Jüdischen Museum‹ in Wien zum ›Jüdischen Witz und Humor‹ oder des ›Centre Pompidou‹ in Paris zur ›Bühnendekoration der Neuen Sachlichkeit‹ und kooperiert mit der ›Art Gallery of Ontario‹ in Toronto bei der Bearbeitung des Künstlernachlasses.
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»Wer, im damaligen Berlin, mit Ziffern im Kopf, stupide vom Lärm der Stadt, durch die Straßen hetzte und am ersten besten Kiosk einen ... ›Trier‹ sah, blieb stehen, holte Luft und – lächelte. So hat Walter Trier sein Leben lang das Lächeln unter die Menschen gestreut.«
(Erich Kästner in seinem Nachruf auf Walter Trier, 1951
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»Allem Bösen stellte sich Walter Trier mit verspielter Leichtigkeit entgegen.«
(Süddeutsche Zeitung)
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»Eine Zeichnung von 1946 zeigt einen Künstler, der zufrieden mit einem Riesenfüller über der Schulter durch das Bild spaziert. An seiner Feder baumeln die mörderischen Despoten Hirohito, Mussolini, Daladier, Göring und Hitler wie Marionetten in einem Netz. Triers triumphierende Bildunterschrift, wie ein knallgelber Punkt hinter seinem gesamten Schaffen: "Aber meine Feder hat länger gehalten."«
(Süddeutsche Zeitung)
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» ... feiert Trier seinen endgültigen Triumph über das Böse: Er malt sich selbst, die Zeichenmappe unterm Arm, über der Schulter ein großer Füllfederhalter. Daran baumelt ein Netz mit den Big Five des internationalen Faschismus: Hitler, Göring, Benito Mussolini, Japans Kaiser Hirohito und Pierre Laval. Es ist das Cover für ›The Pen is mightier‹, der Stift ist stärker, ein Sammelband mit Kriegs-Cartoons verschiedener europäischer Künstler.«
(Ruth Hoffmann, Geo)
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