Steffen Theilemann Theilemann Harald Schultz-Hencke

Harald Schultz-Hencke

von Steffen Theilemann

Als Psychoanalytiker im Nationalsozialismus

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Beschreibung

Harald Schultz-Hencke begann 1922 seine psychoanalytische Ausbildung am Berliner Psychoanalytischen Institut und schloss sie dort 1925 ab. Er entwickelte nachfolgend unter Verwendung der von ihm entworfenen Terminologie seine eigenen Vorstellungen von Psychoanalyse, die zum Teil von der Lehre Sigmund Freuds abwichen. In der Zeit des Nationalsozialismus arbeitete er am 1936 gegründeten Deutschen und späteren Reichsinstitut für psychologische Forschung und Psychotherapie mit und gewann im Institut ab etwa 1939 einen starken Einfluss auf Ausbildung und Forschung. Dabei war Schultz-Hencke weder Mitglied der NSDAP, noch übte er Leitungsfunktionen am Deutschen bzw. Reichsinstitut aus. Nach dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Diktatur gründete er zusammen mit Werner Kemper 1945 das Institut für Psychopathologie und Psychotherapie, aus dem das Zentralinstitut für psychogene Erkrankungen der Versicherungsanstalt Berlin erwuchs. Die dort von Schultz-Hencke initiierten und nach seinem Tod fortgesetzten Forschungen führten 1967 zur Anerkennung und Finanzierung der ambulanten psychoanalytisch orientierten Psychotherapie durch die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland.
Diese Studie analysiert die politischen Überzeugungen des Psychoanalytikers Harald Schultz-Hencke (1892–1953) während der Zeit des Nationalsozialismus und sein Verhalten gegenüber diesem als Ideologie und Machtapparat. Dem Autor Steffen Theilemann ist ein differenziertes Porträt eines der führenden deutschen Psychoanalytiker gelungen, das ein ganz neues Bild von Harald Schultz-Hencke ergibt.
Der Psychoanalytiker Harald Schultz-Hencke (1892–1953) schuf – neben S. Freud, C. G. Jung und A. Adler – eine vierte Neurosenlehre, die er in ihren wesentlichen Inhalten in der Monografie „Schicksal und Neurose“ (1931) veröffentlichte und dann bis zu seinem Tod fortentwickelte. Schultz-Hencke verblieb während der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland, wurde hier zum wohl prominentesten Vertreter der Psychoanalyse. Unter Psychoanalytikern hat sich in den vergangenen 40 Jahren ein Bild etabliert, wonach Schultz-Hencke nationalsozialistische Werte vertreten und insofern die Psychoanalyse verraten habe. Der Autor Steffen Theilemann hat diese These erstmals umfassend untersucht. Sein Buch stellt klar: Schultz-Hencke war weder ein Nationalsozialist noch ein Opportunist. Er war ein Gegner des Nationalsozialismus.

Autor*in

Steffen Theilemann
Steffen Theilemann, Dr. phil., Dipl.-Psych., ist Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG) und arbeitet als Psychoanalytiker in eigener Praxis in Potsdam. Er hat mehrfach über Harald Schultz-Hencke publiziert, z. B. zu dessen Korrespondenz mit Sigmund Freud. 2018 erschien die Monografie „Harald Schultz-Hencke und die Freideutsche Jugend. Biografie bis 1921 und die Geschichte einer Bewegung“.

Themen in »Harald Schultz-Hencke«

Psychoanalyse Drittes Reich Schultz-Hencke Biografie Nationalsozialismus Gesinnung Neopsychoanalyse

Stimmen zu »Harald Schultz-Hencke«

Details

ISBN: 9783966660983
Verlag: ihleo verlag
Erscheinung: 30.04.2025

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