Józef Hen Hen Nowolipie – Meine jüdische Straße

Nowolipie – Meine jüdische Straße

von Józef Hen

Aus dem Polnischen von Roswitha Matwin-Buschmann.

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Beschreibung

Warschau war in der Zwischenkriegszeit das »Paris des Ostens« – und zugleich Heimat der größten jüdischen Gemeinschaft in Europa. Es ist diese bis 1939 noch friedliche, quirlige, polnisch-jiddische Welt in der Nachbarschaft seiner Nowolipie-Straße, die Józef Hen wachruft, beschreibt und so bewahrt.
Das mondäne Warschau war in der Zwischenkriegszeit nicht nur das »Paris des Ostens«, sondern zugleich die Heimat der größten jüdischen Gemeinschaft in Europa. Es ist diese noch friedliche, quirlige, polnisch-jiddische Welt in der Nachbarschaft seiner Nowolipie-Straße, die Józef Hen wachruft, beschreibt und so bewahrt: Das Stadtviertel Muranów, die Mädchen im Weichselstrandbad Makabi, die den Ragtime oder Continental singen, die Kinos, der Pariser Schick, den die Schneider verheißen, die Zänkereien und Skandälchen, die von ihm verschlungenen Bücher. Das Warschau, das Józef Hen als Kind staunend aufsog, gibt es nicht mehr. Er erlebte noch die Bombardierung der Stadt im September 1939 und den Einzug der deutschen Truppen im Oktober, ehe er floh. Damit endet sein Buch. Im April 1943 verschwand dann inmitten der Stadt, was die deutschen Besatzer zum Ghetto gemacht hatten, nach langem entschlossenem Widerstand seiner jüdischen Verteidiger. Sie zeigten der Welt, wie Todesmut der Aussichtslosigkeit und Übermacht trotzt. Auch von der Nowolipie-Straße blieb nichts als eine schwelende Trümmerlandschaft – und die Erinnerungen. Józef Hens Nowolipie ist ein großes Zeugnis nicht nur jüdischen Lebens – und ein Gedächtnisbuch für Juden, die ihre Verfolgung nicht überlebten, darunter die Seinen: sein Vater, sein Bruder, seine Schwester.
Józef Hen, geboren am 8. November 1923, lebt in seiner Heimatstadt Warschau. Nach dem deutschen Angriff floh er im November 1939 ins sowjetisch besetzte Ostpolen, im Sommer 1941 vor der deutschen Wehrmacht nach Samarkand. Ab Juli 1944 kämpfte er als Soldat in der Polnischen Volksarmee für die Befreiung von Hitler-Deutschland. In der Volksrepublik wurde er 1968 zur Zielscheibe antisemitischer Hetze, schrieb unter Pseudonym für die legendäre Exilzeitschrift Kultura und gehörte zu den Unterzeichnern des Memorials 1976, das gegen Verfassungsänderungen protestierte, welche die Unterordnung Polens unter sowjetische Hegemonie auch formal zementieren sollten. Zu seinen Hauptwerken zählen Lebensbilder über Michel de Montaigne und König Stanisław II. August Poniatowski.
Roswitha Matwin-Buschmann, geboren 1939, gehört zu den profiliertesten Übersetzerinnen herausragender polnischer Prosa ins Deutsche, u. a. von Hanna Krall, Stanisław Lem, Henryk Grynberg, Witkacy und Czesław Miłosz 1993 war sie Johann-Heinrich-Voß-Preisträgerin.

Autor*in

Józef Hen

Themen in »Nowolipie – Meine jüdische Straße«

Jüdische Literatur kultura michel de montaigne muranów polnische literatur polyn shoah warschauer ghetto warschauer ghetto aufstand Zweiter Weltkrieg

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Details

ISBN: 9783965870406
Verlag: Arco
Erscheinung: 22.04.2024

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