Claude Cahun Cahun Heroinnen

Heroinnen

von Claude Cahun

Aus dem Französischen von Magnus Chrapkowski.

EUR 15,00

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Beschreibung

Claude Cahun, heute eine Ikone der queeren Kunst und Literatur, präsentiert 15 Heroinnen – darunter Judith, Sappho, Penelope, Dalila, Salome und das »Gretchen« – wie man sie noch nie gesehen hatte. Dafür schöpft sie aus Quellen wie antiker Mythologie, Bibel, Märchen und Fabeln, ergänzt um eigene Fiktion.
Eva ein Opfer von Werbeanzeigen, Penelope eine Kokette, Aschenputtel eine Masochistin? Claude Cahun präsentiert fünfzehn Heroinnen von Judith über Sappho und Salome bis hin zum »Gretchen«, wie man sie noch nie gesehen hatte. Dafür schöpft sie aus allen Quellen der abendländischen Hall of Fame wie antiker Mythologie, Bibel, Märchen und Fabeln, ergänzt um eigene Fiktion. Das 1920–1924 entstandene, Fragment gebliebene Projekt der Heroinnen steht in der Tradition der Moralités légendaires (1887) von Jules Laforgue und der Vies imaginaires (1896) von Cahuns Onkel Marcel Schwob, aber auch von Repräsentanten moderner dichterischer Mythendeutung wie Wilde und Cocteau. Monologisch angelegt, teils als Stream of Consciousness, voller Illusionsbrüche, ironisch, unverfroren und provokant, sollen die Heroinnen niemanden gleichgültig lassen. Um im patriarchalischen Kapitalismus die Macht des Gewordenen über das Bewußtsein zu brechen und für neue Identitäten Raum zu schaffen, überantwortet Cahun die zu totem Bildungsgut versteinerte Vergangenheit wieder dem Mythos, damit sie durch Phantasie zu neuem Leben erweckt werde. Claude Cahun, die große queere Künstlerin, ist als gender- und identitätssprengende Photographin und Collagistin heute weltweit bekannt, mit ihren transgeschlechtlichen Selbstporträts eine Ikone der Postmoderne. Cahuns literarische Werke indes sind im Panorama der Moderne eine einzigartige Erscheinung und unabdingbar zum Verständnis ihres revolutionären ästhetischen und politischen Programms.
Claude Cahun (1894–1954), als Lucy Renée Mathilde Schwob in Nantes geboren, stammte aus einer jüdischen Intellektuellenfamilie. Lebenslange Partnerschaft, kreative Symbiose mit Suzanne Malherbe alias Marcel Moore. 1914 veröffentlichte Cahun die Parallel-Erzählung Vues et visions. Ab 1917 in Paris, verkehrte sie u.a. mit Adrienne Monnier und Sylvia Beach, Chana Orloff, Henri Michaux, Pierre-Albert Birot, Desnos, Breton, Crevel. 1930 erschien Cahuns Hauptwerk Aveux non avenus. In den dreißiger Jahren stand sie dem Surrealismus und einem undogmatischen Kommunismus nahe. Zurückgezogen auf die Insel Jersey, wurde sie 1944 wegen antifaschistischer Flugblätter zum Tode verurteilt, doch später aus der Haft entlassen.

Autor*in

Claude Cahun

Themen in »Heroinnen«

adam und eva adrienne monnier andré breton aschenputtel dalila faust feminismus französische literatur gretchen jersey judith und holofernes lesbische literatur marcel moore marcel schwob nantes

Stimmen zu »Heroinnen«

Details

ISBN: 9783965870284
Verlag: Arco
Erscheinung: 19.03.2022

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