Macht, Moral und Menschlichkeit: Späte Erzählungen über Verführung, Ordnung und den Preis der Freiheit
Ein Sommerurlaub im faschistischen Italien wird zum Albtraum: In „Mario und der Zauberer“ schildert Thomas Mann die Begegnung mit dem Hypnotiseur Cipolla, der sein Publikum durch Charisma, Demütigung und Willensentzug beherrscht. Die Vorstellung eskaliert in einem Akt verzweifelter Befreiung. Die Novelle ist eine eindringliche Parabel über Verführung, Gehorsam und den Verlust menschlicher Würde – und zählt zu Manns schärfsten politischen Texten.
Ergänzt wird diese Schlüsselerzählung durch drei weitere späte Prosastücke. „Herr und Hund“ setzt nach dem Ersten Weltkrieg ein stilles Zeichen für Maß und Humanität. „Unordnung und frühes Leid“ zeigt, wie gesellschaftliche Krisen in das bürgerliche Privatleben eindringen. „Das Gesetz“, im Exil entstanden, befragt Macht, Moral und Verantwortung am Beispiel der Moses‑Gestalt.
Dieser Band versammelt Erzählungen aus einer Zeit der Umbrüche – literarisch präzise, politisch hellsichtig und von ungebrochener Aktualität.
Thomas Manns Erzählung Mario und der Zauberer gilt als eine der eindringlichsten literarischen Warnungen vor den Mechanismen autoritärer Verführung und kollektivem Willensverlust. Rund um dieses Schlüsselwerk versammelt dieser Band weitere bedeutende Texte der späteren Werkphase, die den Blick von der privaten Existenz hin zur großen geschichtlichen Verantwortung weiten. Während Herr und Hund und Unordnung und frühes Leid den schleichenden Einbruch gesellschaftlicher Instabilität in den Alltag und das Familienleben thematisieren, bietet die Moses-Erzählung Das Gesetz eine mythologische Reflexion über die Grundfesten moralischer Ordnung. Im Zentrum steht dabei stets die Frage nach der individuellen Haltung in einer Zeit der Entgrenzung. Dieser Band zeigt Thomas Mann auf der Höhe seiner erzählerischen Kunst – als einen Autor, der die psychologische Tiefenschärfe seiner frühen Jahre nutzt, um die brennenden ethischen Fragen einer gefährdeten Zivilisation zu beantworten.
Macht, Moral und Menschlichkeit: Späte Erzählungen über Verführung, Ordnung und den Preis der Freiheit
Ein Sommerurlaub im faschistischen Italien wird zum Albtraum: In „Mario und der Zauberer“ schildert Thomas Mann die Begegnung mit dem Hypnotiseur Cipolla, der sein Publikum durch Charisma, Demütigung und Willensentzug beherrscht. Die Vorstellung eskaliert in einem Akt verzweifelter Befreiung. Die Novelle ist eine eindringliche Parabel über Verführung, Gehorsam und den Verlust menschlicher Würde – und zählt zu Manns schärfsten politischen Texten.
Ergänzt wird diese Schlüsselerzählung durch drei weitere späte Prosastücke. „Herr und Hund“ setzt nach dem Ersten Weltkrieg ein stilles Zeichen für Maß und Humanität. „Unordnung und frühes Leid“ zeigt, wie gesellschaftliche Krisen in das bürgerliche Privatleben eindringen. „Das Gesetz“, im Exil entstanden, befragt Macht, Moral und Verantwortung am Beispiel der Moses‑Gestalt.
Dieser Band versammelt Erzählungen aus einer Zeit der Umbrüche – literarisch präzise, politisch hellsichtig und von ungebrochener Aktualität.
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Thomas Mann
Thomas Mann (1875–1955) war einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Mit dem Familienroman "Buddenbrooks" (1901) erlangte er früh Weltruhm und erhielt dafür 1929 den Literaturnobelpreis. Zu seinen wichtigsten Werken zählen außerdem "Der Tod in Venedig", "Der Zauberberg", "Lotte in Weimar" und "Doktor Faustus". Manns Werk kreist um Gegensätze wie Kunst und Bürgerlichkeit, Geist und Leben. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ging er 1933 ins Exil, lebte in der Schweiz und den USA und trat öffentlich gegen das NS-Regime auf. Nach 1952 wohnte er wieder in der Schweiz, wo er 1955 starb.
Mario und der Zauberer Mann Mario und der Zauberer Thomas Mann Herr und Hund Das Gesetz Unordnung und frühes Leid Macht und Verführung Ethische Verantwortung Bürgerliche Ordnung vs. Chaos Massentpsychologie Mythos und Zeitgeschichte Generationenkonflikt Mensch-Tier-Beziehung Verschränkung von Ästhetik und politischem Bewusstsein Autoritarismus und Willensverlust in Mario und der Zauberer