Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilm-Klassiker »Nosferatu« ist für Robert Eggers der Beginn einer lebenslangen Auseinandersetzung mit dem Unheimlichen, dem Horror als Kunstform, dem Kino als Mythos. So wirkt es nur konsequent, dass sich der Ausnahme-Regisseur 2024 an eine eigene Verfilmung des so oft rezipierten Stoffes wagt. Eggers sucht dabei die Nähe zu Murnau, aber sein »Nosferatu« ist eigenständig, ein düster-romantischer Dialog mit Murnaus Original. Für Eggers ist dieser Film zentral: Er ist nicht bloße Hommage; mit seinem »Nosferatu« reist der Regisseur zurück in seine Kindheit und schafft mit dem Film über psychische Abgründe, über die Angst vor dem Fremden seine bisher wohl intimste Arbeit. Eggers’ »Nosferatu« löst die Grenzen zwischen Realität und Traum, zwischen Historie und Halluzination auf und bietet so zahlreiche Deutungsansätze. Der Band trägt dieser Vielschichtigkeit des Films Rechnung und versammelt unterschiedlichste Blickwinkel auf das Werk – filmwissenschaftliche, kulturgeschichtliche und psychologische.
Adrian Gmelch
Adrian Gmelch, geb. 1993 in Rosenheim, ist Filmkritiker und Autor. Er studierte Politik-, Kommunikations- und Sozialwissenschaften in Eichstätt, Rennes und Paris. Gmelch schreibt für mehrere Print- und Online-Filmmagazine. Mit »Die Neuerfindung des M. Night Shyamalan« (2021) hat er sein erstes Filmbuch im Marburger Büchner-Verlag veröffentlicht, gefolgt von »Art-Horror. Die Filme von Ari Aster und Robert Eggers« (2022). 2023 erschien »M. Night Shyamalan: Interviews« in der bekannten US-Buchreihe »Conversations with Filmmakers« der University Press of Mississippi. Mit »Der Taxidermist« (2023) hat Gmelch seinen ersten Roman vorgelegt. Besuchen Sie seine Autorenwebsite oder folgen Sie ihm auf X (Twitter) (@gme_adrian).
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