Die Nationale Volksarmee (NVA) diente der SED neben ihrer verteidigungspolitischen Funktion zur Herrschaftsabsicherung und zur Militarisierung der Gesellschaft. Trotzdem blieb die NVA in der politischen Beschäftigung mit der DDR nach 1990 weitgehend unbeachtet. Hier setzt Philipp Schultheiß an und zeigt, wie die NVA und ihre Angehörigen in der medialen Öffentlichkeit dargestellt wurden, wie sie auf diese Fremdbilder reagierten und was das für den Aufarbeitungsprozess bedeutet. Die Untersuchung beruht auf einer breit aufgestellten Medienanalyse und Interviews mit 70 ehemaligen NVA-Angehörigen. Schultheiß weist auf Leerstellen und Ungleichgewichte der öffentlichen Debatten über die DDR hin, die das Ost-West-Verhältnis bis heute beschäftigen.
Philipp Schultheiß
Philipp Schultheiß studierte Politikwissenschaften an der Universität Tübingen. Nach einem Forschungsaufenthalt in Istanbul schloss er ein Masterstudium am Zentrum für Konfliktforschung Marburg an. Dort war Schultheiß Doktorand und leitete verschiedene Lehrveranstaltungen. Seine Promotion wurde durch ein Stipendium der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ermöglicht. Seit April 2021 ist er als Projektreferent beim Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind Memory Studies und Transitional Justice.
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»Der Politikwissenschaftler Philipp Schultheiß zeigt detailliert, reflektiert und
inspirierend in seiner Dissertation, was geschieht, wenn eine Armee mehrfach
verschwindet.«
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»Ein Einblick in die Post-DDR-Zeit und wie sich die NVA-Soldaten ins westlich geprägte System integrieren mussten.«
Alexander Steenbeck ()