Der gut situierte Fattah, obwohl kein richtiger Mediziner, ist zum Operateur und Klinikchef aufgestiegen, seine Spezialität: Zerrissene Hymen wieder zusammenzunähen. Als er sich in eine seiner Patientinnen, die siebzahnjährige Shahrsad, verliebt, die dem jungen Mustafa versprochen ist, kommt es zum Konfl ikt. Beide, Fattah und Mustafa, sind treue Anhänger des Regimes, Mustafa ein Wärter und Folterer im berüchtigten Gefängnis Evin, was Shahrsad gar nicht weiß, und auch Fattah hat dort gearbeitet. Eine dramatische Entwicklung setzt ein …
In diesem Roman, dem ersten seiner Teheran-Trilogie, gelingt es Amir Hassan Cheheltan, ein höchst anschauliches, lebensnahes, nuanciertes und gelegentlich drastisches Bild des nachrevolutionären Teheran zu zeichnen. Spannend und unterhaltsam, voller Ironie und Sarkasmus und erzähltechnisch perfekt geschrieben, liefert dieser Roman mit einer Fülle eindrucksvoller Charaktere ein Bild der grausam schönen Großstadt und einen Eindruck von der Gewalt der iranischen Geschichte.
Amir Hassan Cheheltan
Amir Hassan Cheheltan wurde 1956 in Teheran geboren. Er studierte Elektrotechnik in Großbritannien und im Iran und gilt dort heute als einer der bekanntesten Autor:innen und Essayist:innen. Schon in der Schulzeit begann Cheheltan Kurzgeschichten zu schreiben, sein erstes veröffentliches Werk ist Sigeh (Temporary Wife), eine Geschichtensammlung von 1976. Dakhil bar panjereh-ye fulād (Relic-cloth on the Shrine’s Steel Grillwork), eine weitere Sammlung von Kurzgeschichten, ermöglichte ihm seinen Durchbruch als Autor. Sein erster Roman Rowdeh-ye Qāsem (The Requiem of Qasem; Tehran: Nashr‑e Now, 1984) wurde ohne Erklärung vom iranischen Staat verboten, konnte später aber als limitierte Auflage doch veröffentlicht werden.
Zu seinen Werken gehören zwölf Romane, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden, sieben Kurzgeschichten Sammlungen, sowie zahlreiche Essays.
Nach Beendigung seines Studiums kehrte Cheheltan in den Iran zurück, wo er, nach mehreren Auslandsaufenthalten, heute lebt.