In den letzten Jahren entwickelte Friedhard Meyer eine weitere Acryltechnik, die er „New Pointillism“ nennt. Dabei werden auf die Leinwand gestempelte Acrylfarbpunkte jeweils mit einer schwarzen Umrandung versehen. Durch diese Umfassung wird die Leuchtkraft der Farben deutlich gesteigert. Der Arbeitsprozess ist streng rhythmisiert und von extremer Langsamkeit geprägt. Er verlangt hohe Konzentration und ist zeitaufwendig. Bei großformatigen Arbeiten entstehen mehrere tausend einzelne Umrandungen; der Arbeitsaufwand kann dabei bis zu dreißig Stunden betragen. Die in dieser Technik entstandenen Werke bewegen sich zwischen Abstraktion und Figuration. Unabhängig vom Motiv steht der Prozess im Vordergrund. Die Bilder sind als Orte der Sammlung gedacht. Die Betrachtung soll zu einer Wahrnehmung führen, die Verlangsamung ermöglicht. Meyers „New Pointillism“ versteht sich damit auch als künstlerische Auseinandersetzung mit Zeit, Aufmerksamkeit und Kontemplation in einer beschleunigten Gegenwart...
Kerstin Daiker
Friedhard Meyer New Pointillism Ausstellungskatalog zeitgenösische Kunst Naumann Beck Verlag galerie m beck