Unter dem Schlagwort »Litigation-PR« wird auch in Deutschland seit einigen Jahren die begleitende Öffentlichkeitsarbeit bei rechtlichen Verfahren als eine Art Wundermittel für prozessuale Erfolge diskutiert. Diese Arbeit greift die Diskussion auf und versucht das Phänomen der Litigation-PR erstmals in einen kommunikationstheoretischen Rahmen zu setzen. Hierfür knüpft der Autor an die Theorie des Soziologen Kurt Imhof zum neuen Strukturwandel der Öffentlichkeit an. Er greift die von Imhof zur politischen Kommunikation entwickelten Indikatoren einer Medialisierung der Öffentlichkeit auf und versucht sie mittels Analogien für die Rechtskommunikation zu übersetzen. Um die so entwickelten Indikatoren einer Medialisierung der Rechtskommunikation empirisch nachzuweisen, führte der Autor leitfadengestützte Experteninterviews mit drei Rechtsanwälten. Die Befragung und Untersuchung fokussiert sich auf die Öffentlichkeitsarbeit von Rechtsanwälten und auf Litigation-PR als Ausdruck einer Medialisierung des Anwaltsberufs. Die Arbeit schließt mit einer Betrachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen von anwaltlicher Litigation-PR und konkreten Handlungsempfehlung für die Anwendung von Litigation-PR.
Nino Ostheim
Litigation-PR Rechtskommunikation Imhof Strukturwandel der Öffentlichkeit