»Könn’ wa die Scheiße vielleicht ma leiser machen? Mann ey ...«, motzt ein Typ vor uns im Bus.
Julius macht die Musik auf seinem Handy noch lauter und starrt den Typen an. Gino und ich fangen an zu lachen.
„Ihr sollt die Scheiße ausmachen, hab ick jesagt!“, sagt der Typ und guckt böse.
Sanchez steht grinsend auf. »Sie haben nicht das Recht, mich ‚Neger‘ zu nennen, Sir!«, ruft er plötzlich.
Wir sind mitten in Neukölln, außer Julius und mir sitzen nur Ausländer im Bus. Alle drehen sich um und glotzen den Mann an.
»Ick habe nicht ...«, stammelt er.
»Iiieh, richtiger Nazi!«, ruft Gino.
»Der Einzige, der hier ‚Neger‘ sagt, bin ick, Nigga!«, brüllt Sanchez. Er nimmt einen großen Schluck organgefarbene Mische und verzieht das Gesicht. Julius macht dasselbe Lied nochmal an. Der Mann steigt an der nächsten Haltestelle kopfschüttelnd aus.
»Heil Hiter!«, brüllt Julius und nimmt Sanchez die Flasche aus der Hand.
Ein heißer Sommer. Vier Jungs in den Hochhausschluchten der Großstadt. Eine folgenschwere Entscheidung.
Ein heißer Sommer in der betonharten Gropiusstadt. Gino, Julius und Lukas kiffen, chillen, saufen, glotzen Mädchen hinterher. Bis Sanchez in ihr Leben tritt mit seiner charmanten und echt coolen Art. Er überredet die Jungs zu einem Einbruch. Sie ziehen das Ding völlig dilettantisch durch, aber es funktioniert. Nur wie vertickt man geklaute Computer, wenn man erst 15 ist und keine Hehlerkontakte hat? Sanchez macht eine Türken- Connection klar. Doch es kommt alles anders als geplant.
Protagonisten zum Mitfühlen, die sehenden Auges in die Katastrophe schlittern
Felix Lobrecht
Felix Lobrecht, geboren 1988, wuchs mit zwei Geschwistern bei seinem alleinerziehenden Vater in Berlin-Neukölln auf. Er ist Autor, Stand-Up-Comedian und einer der erfolgreichsten Slampoeten.
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„Dass Lobrecht […] nicht ausschließlich witzig sein will, sondern in die sozialen Abgründe von Langeweile, Gewalt, Alkohol und Drogen blickt, ist die große Stärke dieses unterhaltsamen Coming-of-Age-Romans.“
Florian-Felix Weyh ()
"eindrucksvolle Exposition und furioses Finale"
Jens Bisky ()
"Dieses Buch ist ein Knaller. Echt, wahrhaftig, authentisch. Eine Aufforderung, genauer hinzusehen - auch für alle, die in diesem Land politische Verantwortung tragen."
Dr. Franziska Giffey ()
"Felix Lobrecht will mit seiner Neuköllner Jungstruppe zeigen: Nicht alle, die Scheiße bauen, sind böswillig. Nicht alle wachsen so privilegiert auf, dass ihnen alle Wege offen stehen. Das ist ihm sowas von gelungen."
Anne Haeming ()
"Lobrecht schafft es, den Leser mit seinen schnellen Dialogen und der schnörkellosen Story an den Roman zu fesseln."
()
"Das Buch beschreibt einen kurzen Ausschnitt aus dem Alltag von vier Jungs, der Ton ist unaufwendig und scheint mir sehr authentisch und es geht überhaupt nicht darum, auf die Tränendrüse zu drücken – weshalb es mir sehr gut gefällt.“
Jörg Petzold ()
„eine große Stärke von Sonne und Beton: die Schnörkellosigkeit“
Lennart Laberenz ()