Théodore Strawinsky, ältester Sohn des Komponisten Igor Strawinsky, entwickelte bereits als Kind ein besonderes Zeichentalent, das sich in Strassenszenen, fantasievollen Schlachtenbildern und Skizzen von Konzertaufführungen zeigte. Nach 1920 lernte er im Pariser Umfeld seines Vaters wichtige Künstler kennen, darunter Georges Braque, Pablo Picasso und André Derain, den Strawinsky als seinen eigentlichen »Lehrmeister« bezeichnete. Auch André Lhote, Vertreter eines
naturalistisch-dekorativen Kubismus, prägte Strawinskys künstlerische Entwicklung in entscheidender Weise. Ab 1930 arbeitete Strawinsky für verschiedene Bühnen und kooperierte mit Schriftstellern, während er stets auch seine unmittelbare, mondäne Umgebung zeichnerisch und malerisch festhielt: Familienmitglieder, Freunde, Wohnungen, Landschaften gehören zu seinen präferierten Sujets. In einzelnen Werkreihen umkreiste er zudem die Welt des Zirkus oder das Aktgenre.
Anhand einer Auswahl von über 100 Stillleben, Porträts, Landschaften, Zeichnungen und Bühnenentwürfen des neusachlichen Malers wird das Œuvre Strawinskys erstmals in einer deutschsprachigen Publikation vorgestellt: ein Werk, das still und poetisch, subtil und mythisch ist – und eine bildungsbürgerliche Gesellschaft porträtiert, die verschwunden ist.
Théodore Strawinsky
Théodore Strawinsky wurde 1907 in St. Petersburg geboren. Ab 1914 wuchs er in der Schweiz und in Frankreich auf. Zwischen 1930 und 1932 besuchte Strawinsky die Académie Lhote in Paris. Ab 1943 lebte Strawinsky in der Schweiz. Ab 1948 konnte er einige Großaufträge für Kirchen ausführen. 1987 erblindete Strawinsky. Er starb 1989 in Genf.
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