Wald ist nicht alles, aber ohne Wald ist alles nichts. Diese Erkenntnis hat die Politik erreicht, die sich nun vom Denkmuster des Holzanbauprinzips lösen und die Fortswissenschaft vom Holzweg der Altersklassenwirtschaft abbringen muss. Wollen wir morgen noch Wald in Deutschland haben und nutzen, brauchen wir eine Waldökosystemwirtschaft. Das heißt, die Holzproduktion muss auf eine systemische Grundlage gestellt werden, die sich aus dem Wald als hochkomplexem und intensiv vernetzten Ökosystem ableitet.
Die bereits 1920 formulierte Dauerwaldidee Alfred Möllers ist daher so aktuell wie nie zuvor. Seine epochale Schrift ist in dieser Neuauflage um Beiträge von Naturschützern und Fortwissenschaftlern ergänzt, die wissen: Wälder, die diesen Namen ökologisch und biologisch verdienen, kann man nicht pflanzen, sondern nur erziehen und in dynamisch stabile Dauermischwälder überführen. Denn es ist schließlich der Wald, der hilft, unser Klima zu retten.
Herausgegeben und kommentiert von Wilhelm Bode aus Anlass einer 100-jährigen Disukussion um die revolutionäre Dauerwaldidee Alfred Möllers
- topaktuelles Thema in der Klimakrise
- funktionierende Resilienz des Ökosystems Dauerwald
- Neuauflage nach 100 Jahren unter Hrsg. v. Wilhelm Bode
- Dauerwald = Dauermischwald zum forstwirtschaftlichen Nutzen
- Forstwirtschaftler = die Immobilienmarkler der Landwirtschaft
- gut vernetzt (Naturschutzinitiative.de; NABU)
- Referenztitel: Wilhelm Bode, Martin von Hohnhorst: Waldwende. Vom Försterwald zum Naturwald, München 1994 (4. Auflage München 2000, ISBN 3-406-45984-6)
Wilhelm Bode
Wilhelm Bode, 1947 geboren, Jurist und Forstakademiker, leitete zunächst die Landesforstverwaltung und später die oberste Naturschutzbehörde des Saarlandes. Er führte 1987 erstmals in einem Bundesland die kahlschlagfreie Dauerwaldwirtschaft flächendeckend ein. Er initiierte u.a. die heutige Biosphärenregion Bliesgau und 2004 die Ausweisung von fünf Clustern alter Buchenwälder als deutschen Beitrag zum UNESCO-Weltnaturerbe Europäische Buchenwälder. Als NABU-Waldsprecher initiierte er zusammen mit Hans D. Knapp die schlussendlich 2019 erfolgte Ausweisung der Kaspischen Wälder zum UNESCO-Weltnaturerbe. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und Beiträge zur Zukunft des Waldes, der Jagd und der Forstwirtschaft, unter anderem Die Waldwende (zusammen mit Martin von Hohnhorst), Naturnahe Waldwirtschaft (Deukalion), sowie bei Matthes & Seitz Berlin in der Reihe Naturkunden Hirsche, Hasen und das Portrait der Tannen.
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»Diese Publikation liefert eine umfassende Übersicht über die Entstehungsgeschichte des Begriffs «Dauerwald» und die Zielsetzung dieser neuartigen Form einer ökologisch ausgerichteten Waldbewirtschaftung. Einen wichtigen Aspekt bilden dabei die schonungslos aufgedeckten erheblichen Defizite und Fehlentwicklungen der traditionellen Wald und Forstwirtschaft im Deutschland des 20. und 21. Jahrhunderts.« – Peter Hahn, Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen
Peter Hahn ()
»Diesem Buch, das ›Tacheles redet‹ sind viele Leser zu wünschen. Neben den
vollständigen Originalschriften Alfred Möllers finden sich Kommentierungen,
öffentliche Schreiben, Beiträge anderer Waldökologen [...] und viele Antworten auf drängende Fragen.« – Hildegard Frietsch, Gnostika
Hildegard Frietsch ()
»Mit dem vorliegenden Band liegt nicht nur der bislang umfassendste Einblick in die Idee des Dauerwaldes vor, sondern auch die bisher detaillierteste Analyse des forstfachlichen Widerstreites, den die Idee des Dauerwaldes im Verlauf des letzten Jahrhunderts ausgelöst hatte.« – Dr. Reinhard Piechocki, Naturwissenschaftliche Rundschau
Reinhard Piechocki ()