»Man hatte die Welt in Händen, aber die Finger verloren ihre Kraft, und die Welt, zuvor ein fester Kloß, kroch los, floss los, begann zu zerfließen und an Bestimmtheit zu verlieren.«
Leonid Lipavskij (1904-1941) und Jakov Druskin (1902/1901-1980), beide Philosophen, Schriftsteller und Mitglieder des spätavantgardistischen inoffiziellen Činari-Zirkels im Umkreis des OBĖRIU, gewähren in den drei eng miteinander verwobenen Texten Einblick in die spätavantgardistische Gesprächs- und Denkpraxis der Absurden im Russland der 1930er Jahre, kurz bevor sie unfreiwillig auseinander ging.
Leonid Savel’evič Lipavskij
Leonid Savel’evič Lipavskij, 1904 in Sankt Petersburg geboren, studierte Philosophie an der Petrograder Universität u.a. bei Nikolaj Onufrievič Losskij und war Mitglied des spätavantgardistischen Činari-Zirkels. Zu Lebzeiten konnte er keinen seiner philosophisch-literarischen Texte veröffentlichen. Aus pekuniären Gründen schrieb er unter dem Pseudonym Leonid Savel’ev Sachbücher für Kinder, arbeitete als Redakteur in der Kinderbuchabteilung des Leningrader Staatsverlags sowie als Lehrer und Erzieher. Er starb 1941 in der Nähe von Leningrad.
Anthropologie Linguistik Russland