„Die ganze Vergangenheit kehrt zurück wie eine Welle, und diese alten Dinge sind wieder da, weil eine Frau dich geküsst hat.“ Diesen Satz von Jorge Luis Borges stellt der Lyriker Daniel Schaup seinem Zyklus „Sepia“ voran mit dem der Band beginnt. Das ist auch der Ort dieser Gedichte, jener Raum zwischen Vergangenheit und Gegenwart, den nur die Liebe zu einer Frau festzuhalten vermag.
Der dem Band den Titel gebende Zyklus „Versteckte Pfeile“ versammelt Texte mit großer imaginärer Kraft. Sie versuchen eine Welt zu durchdringen, von denen wir uns nicht vorstellen können, dass sie einmal aufhört. Vor allem im Ringen um Klarheit entstehen Unschärfen, die sich auch in der Form widerspiegeln: Sind es noch Gedichte oder schon Prosa?
So vereint dieser Band subtile, sprachlich äußerst reduzierte Gedichte, manchmal nur wenige Zeilen, aphoristische Notizen, Monologe und Selbstgespräche, in denen uns das Verborgene trifft wie ein Pfeil.
Daniel Schaup
Lyrik Magdeburg Pfeile Sepia versteckte