Die Hamburger Hafen- und Lagerhaus AG (HHLA), 1939 nach der Fusion mit der Staatlichen Kaiverwaltung aus der Hamburger Freihafen-Lagerhaus-Gesellschaft hervorgegangen, war in der NS-Zeit eines der wichtigsten Staatsunternehmen der Hamburger Hafenwirtschaft. Zuständig für Kai- und Lagerhausbetrieb war es durch Weltwirtschaftskrise und Autarkiepolitik schwer getroffen, fand nach der „Gleichschaltung“ aber Kompensationsgeschäfte in der Aufrüstung. Diese führten in der Kriegswirtschaft zur Verstrickung in einige der dunkelsten Kapitel der Hamburger Geschichte, wie die Deportation der Sinti und Roma, der Raub jüdischer Haushaltseinrichtungen und das Außenlagersystem des KZ Neuengamme.
Raphael Hennecke
Dr. Raphael Hennecke ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte (GUG). Er studierte Geschichte und Anglistik an der Universität Bielefeld und dem University College Cork. Er promovierte an der Universität Bayreuth zur Kartellrechtspraxis in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg unter den alliierten Dekartellierungsgesetzen. Seine Dissertation wurde 2023 mit dem Preis für Unternehmensgeschichte ausgezeichnet und in der Schriftenreihe zur Zeitschrift für Unternehmensgeschichte veröffentlicht. Für die GUG veröffentlichte er bereits Beiträge zur Geschichte des Büroartikelherstellers Soennecken und des Kommunalen Schadenausgleichs Hannover.
Unternehmensgeschichte HHLA Nationalsozialismus