Die literarischen, medizinischen und sozialen Mythen wirbeln wild durcheinander, wo immer es um Opiate geht. Eine Sucht-Industrie hat sich gebildet, als legales Pendant zum Drogenhandel, die, halb staatlich, halb privatwirtschaftlich, ihren Status und ihre Einkommensquellen mit großer Verbissenheit und einer nicht geringen Neigung zur Unwahrheit verteidigt.
Theodore Dalrymple ordnet das Chaos von halben Wahrheiten und ganzen Lügen. Drogen und Sucht sind, steht am Ende fest, triviale und untaugliche Antworten auf existentielle Fragen. Den Schein-Antworten treten die Schein-Behandlungen ergänzend und verstärkend zur Seite. Süchtiger, Händler und Therapeut bilden einen postmodernen Reigen der Unvernunft, der Dummheit und letztlich des Todes. Vom Glamour wie vom Horror der Opiate bleibt nach diesem Buch nichts übrig.
Theodore Dalrymple