Für queere Menschen war Berlin nach 1945 ein besonderer Ort. Selbst in den konservativen 1950er- und 1960er-Jahren fanden lesbische, schwule und trans Berliner*innen in Ost und West Räume, sich kennen- und liebenzulernen. Ob Flirten in der Kneipe, flüchtiger Sex an öffentlichen Orten, Beziehungen im eigenen Zuhause, aber auch im Gefängnis – dieses Buch erzählt ihre Geschichten.
Trotz der NS-Zerstörung von queeren Kulturen wurde die geteilte Stadt bald wieder ein Zentrum nicht-normativ gelebter Geschlechtsidentitäten, Sexualitäten und Familien. Aus zahlreichen Interviews, Archivmaterialien und privaten Dokumenten
wie Tagebüchern und Fotografien lässt die Autorin ein neues, facettenreiches Bild von Ost- und West-Berlin entstehen.
Mithilfe feministischer, queer- und raumtheoretischer Ansätze wird ein innovativer Blick auf die Teilungs- und Verflechtungsgeschichte der Stadt im Kalten Krieg geworfen und somit ein bedeutender Beitrag zur Berliner Alltags- und Sozialhistorie geleistet.
Andrea Rottmann
Andrea Rottmann studierte in Berlin Geschichte und Nordamerikastudien und promovierte in Ann Arbor an der University of Michigan zur queeren Geschichte Berlins. Ihr Buch ≫Queer Lives Across the Wall≪ wurde mit dem First Book Prize des Waterloo Center for German Studies ausgezeichnet. Nach freiberuflicher Tätigkeit u. a. für Museen forscht und lehrt sie seit 2021 an der Freien Universität Berlin zur Geschlechter- und Sexualitätengeschichte.
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»Rottmann lässt die queeren Mikrogeschichten so empathisch und materialreich aufleben, dass man sich eigentlich hunderte weitere Seiten voller zusammengetragener Lebensverläufe wünscht.«
Sidney Kaufmann, taz
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»Das spannend zu lesende Buch der Geschichtswissenschaftlerin Andrea Rottmann von der FU eröffnet neue Blicke auf queeres Leben im geteilten Berlin zwischen 1945 und 1970.«
Klaus Sator, SIEGESSÄULE, Juli 2026
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