Die amerikanische Mafia ist berühmt als gefährliche Geheimgesellschaft, kriminell, undurchschaubar, aber auch faszinierend. Sie war Stoff unzähliger Romane und Filme, von denen »Der Pate« der berühmteste ist. Es ist eine Welt, die von alten italienischen Familienwerten, pompösem Lebensstil und politischen Verstrickungen bis in die höchsten Schichten Amerikas bestimmt wird. 1971 veröffentlichte Gay Talese mit »Ehre deinen Vater« die erste Schilderung aus dem Inneren der Mafia. Es ist die Geschichte der Familie Bonnano, die in den sechziger Jahren die Unterwelt New Yorks dominierte. Taleses Erzählung beginnt an einem regnerischen Tag im Jahr 1964, als Bills Vater Joseph Bonnano spurlos verschwindet, sie schildert den Bananenkrieg, eine brutale Fehde innerhalb der Mafia, und reicht zurück bis zu den Ursprüngen der Familie in den sizilianischen Bergen. Talese gelang es als erstem Außenstehenden, ein Vertrauensverhältnis zu einem Mafiaboss aufzubauen. Er begleitete ihn sechs Jahre lang, sprach mit den Mitgliedern des Clans und reiste bis nach Sizilien, um die Wurzeln seiner Charaktere zu erkunden. Mit zeitloser Meisterschaft erzählt er eine wahre Geschichte, die spannender ist als jede Fiktion.
Gay Talese
Gay Talese, geboren 1932 in Ocean City, arbeitete nach seinem Journalismus-Studium zunächst für die »New York Times«. Um mehr Zeit und Platz für seine Geschichten zu haben, verließ er die Zeitung und begann in den sechziger Jahren u. a. für »Esquire« zu schreiben. Er gehört neben Tom Wolfe, Hunter S. Thompson und Truman Capote zu den wichtigsten Vertretern des New Journalism. Gay Talese lebt und arbeitet in New York.
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