René Gisler, der Verfasser des legendären Wörterbuchs Der Enzyklop, hat wieder zugeschlagen: sein multimotives Wortspiel fabula rasa spielt mit uns, während wir meinen, es zu spielen. Es geht um das Aufdecken von Wörtern in doppeltem Sinn, denn nichts scheint wie es ist: Die leichte Übung des Memorierens von Wortbildern und Bildwörtern und deren paarweise Wiederauffindung wird durch das Wortspiel an sich so korrumpiert, dass es eine Freude ist. Ein Spiel gibt das andere. Memorituri te salutant!
"Die Dejawüste lebt! – So manchem Dudenunzianten wird das karglistige Mannoevre des René Gisler albklug vorkommen. Vor vier Jahren hat es der Schweizer Künstler und Webdesigner in dem Wörterbuch „Der Enzyklop“ versammelt, einer wirrklichen Wortspielwiese mit querkenntnisreichen Faseltenheiten. Das Projekt war damit aber nicht beendet, die Schreibwaise treibt weiter Schäferkel durch die Wortschaft. Auf enzyklop.org kann jeder Spitzen- und Breitenwortler das humoriginelle Wortiment entengen. Dort wird beispielsweise ersichtlich, dass Haare am besten mit einer Epileptiergräte entbeint werden. Seit gut einem Jahr betätigt sich Gisler auf pssst.ch vor einer Webcam als Makrobat und zeigt seine Wortwale. Daraus ist nun „Fabula Rasa“ entstanden, ein Legespiel aus 2 x 45 Karten mit Begriffen wie Veilchenbeschleuniger und Schmutzengel, die nach dem Prinzip des „Memory“-Spiels aufgelegt und eingesammelt werden sollen. Auf die Weise kann man sich wortopädisch dem Rationalltag anfernen und gegen die Dummfruchtbarkeit manchmalträtieren, bevor die Logomotive lückwärts Greisaus nimmt." (A. Wilkens, c’t Nr. 24/2005)
René Gisler
Legespiel Memory Worterfindung