Auf der Suche nach »Lichtung« vermisst Claudia Kohlus mit ihrem »Gedankenkartograf« innere Landschaften, deren Räume zugleich Spiegelbilder äußerer Verhältnisse sind. So finden sich in der urbanen Einsamkeit verlassener Parks und U-Bahnhöfe die existentiellen Rätsel, die Entfremdung und die Widersprüche wieder, die das lyrische Ich um- und durch die Zeiten treiben: ein »zitternder Schädel«, ein »tanzendes Blatt«, eine »echte Wildheit«.
Claudia Kohlus
Claudia Kohlus, 1972 in West-Berlin geboren und aufgewachsen, lebt mittlerweile in Salzburg. Ihre Gedichte wurden in zahlreichen Literaturzeitschriften und Anthologien veröffentlicht. 2010 erschien ihr erster Gedichtband »blumenmob«, 2015 folgte der Band »märchenstundung«. Seit 2018 arbeitet Kohlus verstärkt interdisziplinär und experimentiert mit der Verbindung von Text, Bild und Ton. Ihre Arbeiten wurden unter anderem mit dem Ehrenpreis zum Wiener Werkstattpreis für Lyrik, dem Werkstattstipendium des Lyrik Kabinetts München, dem Kunstförderpreis der Stadt Augsburg in der Sparte Literatur, dem Exil-Lyrikpreis und zuletzt mit einem Arbeitsstipendium Literatur des Bundeskanzleramts Österreich ausgezeichnet.
Entfremdung Existenzialismus Innerlichkeit Seelenlandschaft Literatur als Spiegel