In »Reste einer Sprengung« begibt sich Renate Silberer auf Spurensuche, nach dem Vergessenen und Verdrängten, dem Vorsprachlichen und Unvordenklichen, im Reich des
Unbewussten, von Märchen und Traum. Geheimnisse werden benannt und Entdeckungen gemacht, auf den Pfaden der Erinnerung und den Halden des Gewesenen. Dabei entspinnt sich eine Zwiesprache mit der eigenen Bedingtheit, mit den Dimensionen von Weiblichkeit und Mutterschaft, von Körperlichkeit und geistigem Raum vor dem Hintergrund der Spannung zwischen Zugänglichem und demjenigen, was sich entzieht. Zuletzt ist es die Sprache selbst, die sich die gesuchten Spuren gleichsam »erfließt«: im Fluss der Worte und ihrer magischen Fähigkeit, das Unsagbare zur Sprache zu bringen.
Renate Silberer
Renate Silberer, geboren 1975, lebt mit ihrer Familie in Linz. Seit 2010 ist sie freie Autorin und seit 2022 Psychoanalytikerin in Ausbildung unter Supervision in freier Praxis. 2017 erschien ihr Erzählungsband »Das Wetter hat viele Haare« sowie 2021 der Roman »Hotel Weitblick«. Ihre Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, so unter anderem 2013 mit dem Rauriser Förderungspreis und mit dem Kunstförderungspreis der Stadt Linz für Literatur sowie zuletzt mit dem Künstlerischen Stipendium des Landes Oberösterreich im Jahr 2022. Der vorliegende Band ist Renate Silberers Lyrikdebut.
Frausein Weiblichkeit Feminismus Psychoanalyse Traum