Die publikumswirksamsten Anwendungen der Radiokarbon-Physik sind die Datierung des TURINER GRABTUCHES, der GLETSCHERMUMIE (DES ICEMAN) und die „RADIOCARBONBASEDCHRONOLOGY FOR DYNASTIC EGYPT“.
Während sich aber bei den ersten beiden Anwendungen an der (Un-) Genauigkeit der Radiokarbon-Datierung nichts Wesentliches geändert hat, musste (sollte) beim internationalen Großprojekt „Radiocarbon-Based Chronology for Ancient Egypt (ca. ein Dutzend federfü̈hrende Radiokarbon-Wissenschaftler, ein halbes Dutzend Radiokarbon-Laboratorien (insgesamt 211 Datierungen), Archäologie-Experten von ca. zwanzig Museen und wissenschaftlichen Instituten, acht Sponsoren, drei Jahre Arbeit) ein Quantensprung an Genauigkeit (24 bis 78 Jahre; siehe Anhang3, F.2, „Zu (2)“) erreicht werden.
Es ging dabei um die Frage, welche(r) von zwei archäologischen Denkrichtungen (Forschungs-Ansätzen) richtig(er) ist (die „hohe“oder die „niedrige Chronologie“).
Zwei an diesem Projekt maßgeblich beteiligte Wissenschaftler schrieben im „Spektrum der Wissenschaft“ (Dezember 2011, www.spektrum.de/artikel/1124695): "Die (bayesische) Modellrechnung ergab schließlich eine sehr präzise absolute Chronologie des pharaonischen Ägyptens… Sie wurde 2010 im Fachmagazin "SCIENCE" publiziert und sorgt seitdem für Diskussion." (Hervorhebung von mir)
Den SCIENCE-Artikel findet man unter www.sciencemag.org.
Zu der in diesem Zitat erwähnten „seitdem (stattfindenden) Diskussion“wird in diesem Buch (in Anhang 3/F.) dadurch beigetragen, dass gezeigt wird, wie die Anwendung der Formel von BAYES zu beliebigen bzw. sogar absurden Ergebnissen führen kann und daher für die Radiokarbon-Datierung unbrauchbar ist.
Roman Laussermayer
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