Der Streit um die Herkunft und das Alter des TURINER GRABTUCHES hat schon im 14. Jahrhundert begonnen. Er wurde kirchlicherseits schon 1390 durch Papst CLEMENS VII. (siehe "Einleitung"), und in historischer Hinsicht durch das Ergebnis der Radiokarbon-Datierung von 1988 (publiziert in NATURE, Februar 1989) beendet.
Nicht beendet, sondern mit dem NATURE-Bericht von 1989 wider neu begonnen wurde der naturwissenschaftliche Diskurs über allgemeine Probleme der Radiokarbon-Datierung (Genauigkeit, historische Sicherheit), der bereits bei der Entdeckung des Prinzips der Radiokarbon-Datierung durch Willard F. LIBBY (1946, Nobelpreis 1960) angefangen hat.
Am Beispiel der Radiokarbon-Datierung des TURINER GRABTUCHs und des ICEMANs (der "Gletscher-Mumie") wurden in dieser Neuauflage die "Kalibrierung" von Radiokarbon-Daten (Ermittlung des historischen "kalibrierten" Kalender-Alters aus dem physikalischen "Radiokarbon-Alter") und die dabei auftretenden Probleme behandelt.
Diese "Meta-Analyse" der Datierungsergebnisse (TURINER GRABTUCH 1260-1390, also Mittelalter, ICEMAN 3350-3100 v. Chr., also KUPFERZEIT) zeigt, dass im Falle des Turiner Grabtuches Zweifel am ("Mittel"-)Alter berechtigt sind, und dass die mit dem Computer-programm CalibETH (ETH Zürich) für den ICEMAN berechneten ("kalibrierten") Kalenderzeit-Intervalle und iher Wahrscheinlichkeit aus mehreren Gründen nicht nur zu hinterfragen, sondern auch zu korrigieren sind.
Roman Laussermayer
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