Mit dieser ersten größeren Auswahl an Prosa legt Tom Pohlmann den dritten und abschließenden Band mit Texten aus seinem avantgardistischen Jahrzehnt vor. Für die Zusammenstellung zu vier Fahrtenbüchern bringt er die Zuordnung Freie Improvisationen ins Spiel, die Arbeiten folgen somit eher gestalterischen Ausgangspunkten als erzählerischen Ansätzen. Doch das Geschriebene ist bei ihm kaum denkbar ohne das Erfahrene, er bewegt sich, wie in seinen Gedichten, ebenso in der Prosa permanent an der Schnittstelle zwischen Individuum und Gesellschaft. So mag es sein, dass er am Anfang das Entstehen seiner experimentellen Filme begleitete, aber schon da geht es um das Einordnen und Reflektieren zeitgeschichtlicher Vorgänge und die Erweiterung der Ausdrucksmittel. Um das im Ablauf des Bandes sichtbar zu machen, wurde den Abteilungen mit Essays, dokumentarischen Texten und Korrespondenzen jeweils ein Bereich mit Prosagedichten zur Seite gestellt. Das schafft Transparenz, wahrt jedoch auch die Chronologie, und ermöglicht den Lesern erneut Einblicke in einen längeren Zeitabschnitt.
Tom Pohlmann
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