Eine der bedeutendsten royalen Hochzeiten des 19. Jahrhunderts
war die „Coburger Fürstenhochzeit“ am 19. April 1894 von Prinzessin
Victoria Melita von Sachsen-Coburg und Gotha mit Großherzog
Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein. Das Foto illustriert wie kein
zweites Bilddokument die familiären Verbindungen des europäischen
Hochadels. Die Trauung des Paares wurde im Schloss Ehrenburg
vollzogen. Es ist eines von neun Residenzschlössern verschiedener
Dynastien in acht Städten, für die der Freistaat Thüringen
die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste anstrebt. Die einzigartige
Dichte an Residenzen steht für Kleinstaaterei einerseits, für
die Vernetzung der Dynastien andererseits. Das über ganz Europa
reichende Netz erfüllte den von Königin Victoria von Großbritannien
und Irland geplanten Zweck der Friedenssicherung allerdings
nicht: Die eng verwandten Monarchen unternahmen 1914 keine
oder nur halbherzige Versuche, um den Ersten Weltkrieg zu verhindern.
Zu stark waren zudem der Einfl uss von Politikern, Militärs und
der öff entlichen Meinung.
Manuel Schwarz
Manuel Schwarz ist Historiker und promoviert an der Friedrich-
Schiller-Universität
Jena zum Thema „Übergangsfürsten. Legitimationsstrategien
der letzten Generation ernestinischer
Monarchen im Deutschen Kaiserreich“. Er forscht und publiziert
vorwiegend zur Thüringer Monarchie-, Kultur- und Landesgeschichte.
Als Ausstellungskurator war er für die Klassik Stiftung
Weimar und das Haus der Bayerischen Geschichte tätig.
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