Was kann man sich Schöneres vorstellen als ein Leben als Pharmavertreter?
Glauben Sie nicht? Dann lesen Sie das Buch von Escobar Gurkman. In humorvoller, aber sehr kenntnisreicher Weise lässt uns der Autor an seinen Erfahrungen in diesem Bereich teilhaben.
Da geht es oftmals um skurrile und lustige Anekdoten wie die Marotten von Ärzten mit Tanzbären, Vorgesetzte, die lieber Sport machen, oder Kollegen, die ihre Muster im Garten vergraben.
Daneben bekommt man aber auch eine seriöse Sicht auf die Branche bei der Beschreibung von Events, Kundengesprächen oder auch der Gesetzgebung und ihrem Einfluss auf die Korruptionsbereitschaft von Kollegen, Ärzten und Apothekern.
Was aber gerade am Schluss deutlich wird, ist, wie sich auch dieses Berufsfeld in den letzten Jahren unter dem Einfluss der allgegenwärtigen Unternehmensberatung nicht unbedingt zum Besseren verändert hat.
Ein interessanter Einblick in eine umstrittene Branche fernab von Euphemismus, aber auch substanzloser Kritik.
Ja, auch Sie können der Pharmaindustrie nicht entkommen. Egal, ob krank oder gesund (für die Gesunden haben wir die Impfung), jeder hat schon einmal Kontakt mit der Pharmaindustrie gehabt: mit den Medikamenten, die man einnimmt, wenn man krank ist, oder dem Vertreter, der den Betrieb aufhält, während man im Wartezimmer sitzt.
Der Richter des Lebens verkündete die Höchststrafe: 30 Jahre Pharmaaußendienst.
Ein Kosmos aus Verrücktheiten und Korruption.
Kollegen, die ihre Arzt-Muster im Garten vergraben oder einmauern.
Kolleginnen, die sich drei Häuser in sechs Jahren von ihrer Prämie bauen oder nur arbeiten, um sich teure Kleidung und Kosmetika zu kaufen.
Vorgesetzte, für die Mobben die einzige Umgangsform ist oder die keine Lust haben zu arbeiten.
Höhere Vorgesetzte, die zweidimensional sind, 110%-ig bei der Erfüllung von Auflagen oder ihre Zeit mit Sport verbringen.
Ärzte mit Tanzbären, Auftritten beim linken, politischen Kabarett oder die ihre Praxis schließen, um Autos zu kaufen.
Stundenlange Wartezeiten auf das Verkaufsgespräch, schlechte Behandlung durch die Arzthelferinnen und Firmenwagen, die die Wirbelsäule zerstören.
Unternehmensberater, die aus dem Unglück der Mitarbeiter ihren Honig saugen.
Luxusreisen für die erfolgreichsten Mitarbeiter und Fortbildungen aller Qualitätsstufen.
Überbordende Bürokratie, plötzliche Gesetzestreue, unerfüllbare Arbeitsvorgaben und Erreichbarkeit rund um die Uhr.
Wenn Sie sich darin wieder erkennen, haben Sie es geschafft: Sie sind im Pharmaaußendienst tätig.
Escobar Gurkman
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