Charlotte Warsen Warsen Plage

Plage

von Charlotte Warsen

Gedichte

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Beschreibung

Um was für eine Art Buch handelt es sich? Es handelt sich um eine Plage. Um was für eine Art Plage handelt es sich? Es handelt sich um eine Schar von Seufzergruppen, gleich um mehrere auf einmal; miteinander verbündet, zusammengeballt, in der Ebene versprengt. Es sind dies zum einen Texte, die einem Prinzip mutierter Wiederholung folgen, zum anderen schemenhafte Erzählungen, die in raschen Push-Nachrichten Szenerien evozieren und wieder verschwinden lassen, derweil ein Ich / ein Wir / ein Man von sich und anderen berichtet. Form und Vorgehensweise sind mit Edvard Munchs Lebensfries entfernt verwandt, insbesondere was dessen fragmentierte Serialität und die verschwimmenden Figuren und Umgebungen betrifft; dieselben Motive zeigen sich als Transformer an unterschiedlichen Orten. Die Farbigkeit allerdings ist eine andere, auch geht es – zumindest streckenweise – fröhlicher zu und nicht alle Frauen sind Vampire, vielmehr stellen sich etwaige Vorannahmen, von welcher Art Ort aus, aus welchen Gefäßen und aus welchem Körper eine Stimme spricht und trinkt, als Lug und Trug heraus. Anstelle eines Plots gibt es also ein Tau, mithilfe dessen sich der Text an der Decke befestigen und als Mobile betrachten lässt. – Charlotte Warsen

Autor*in

Charlotte Warsen
Charlotte Warsen (*1984 in Recklinghausen) wuchs in Haltern am See auf, studierte Malerei und Englisch in Düsseldorf, Köln und Joensuu, promoviert seit langer, langer Zeit in der Philosophie zur Politik des Malens und lebt in Berlin. Beiträge in Zeitschriften, unter anderem Edit, STILL, der Greif, zweikommasieben, randnummer, und Anthologien, unter anderem Spitzen (Suhrkamp 2018) und Aus Mangel an Beweisen (Wunderhorn 2018); ihr erster Gedichtband vom speerwurf zu pferde erschien 2014 bei Luxbooks. Zurzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Düsseldorfer Kunstakademie im Forschungsprojekt Kulturtechnik Malen, zusammen mit Meret Kupczyk und Ludger Schwarte gibt sie den gleichnamigen Sammelband heraus (Fink 2019, i. E.).

Stimmen zu »Plage«

Was für eine wundersame Wippe aus dunstiger Leichtigkeit und getrichterter Schwere, aus fugenden Liebesströmen und stillem Gewässer. Das ist so gescheit, witzig, melancholisch, zart und auch würzig, und frech und voll Schönheiten aus fernen Fähren. ‒ Jana Papenbroock eine verschwenderische Sprachschöpfung aus dem Geist der Malerei und der Musik ‒ Meinolf Reul, Textem Scheinbar leichthin kombiniert sie Strukturelemente moderner Lyrik von diversen Surrealisten bis zu Momenten von Slam und Groteske. Die Innovationsfülle beindruckt in originellen Kompositabildungen ebenso wie in verblüffenden Sinnverklebungen oder den schroffen Wechseln der Stilebenen von Pathos bis Jargon. Es entstehen Such- und Wimmelbilder, Panoramen und Panoptiken, beim Lesen ablaufende Mini-Filme und Installationen. Charlotte Warsens fragil-skurrile Sprachgrafiken entzücken ob der Eleganz und Raffinesse im Groß- und Feinbau der Gedichte. ‒ Jury des Literarischen März 2019, Begründung zur Vergabe des Wolfgang-Weihrauch-Förderpreises Charlotte Warsens Seufzergruppen … sind anarchisch-assoziative und gewitzt-gelehrte, aggressiv-melancholische und musikalische Texte, offene Sprachkunstspiele, in ihrer Art einzig. Multimedial wollen sie rezipiert werden: still gelesen, auf dem Papier gesehen, im Raum gesprochen oder gesungen und gehört. Kein einfach-realistisches, dokumentarisches Abbild der Welt, sind sie widerständig bis in die Abstraktion … eine Klage nicht allein auszusprechen, das wäre affirmativ, sondern sie kunstvoll zu singen: mit der eigenen Kunst mithin die Sprach- bzw. Wahrnehmungsordnungen der herrschenden Zivilisation, nicht ohne bösen Witz und Selbstironie, in Unordnung zu bringen. Dazu findet und erfindet Charlotte Warsen, die auch Malerin ist, künstlerische Verfahren der Verschiebung und Zerstäubung des Sinns und außer in der semantischen auch in sämtlichen anderen Kategorien der Sprache. … Die 2500-jährige Geschichte dichterischer Klage, die abendländische Tradition widerständigen Schreibens aus Melancholie schreibt Charlotte Warsen mit ihren Seufzergruppen fort: erfrischend, provokativ, selbstironisch, frech, mit einem ihr ganz eigenen Gestus und Ton. ‒ Susanne Schulte, Laudatio zur Vergabe des GWK-Förderpreises Literatur 2016
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Details

ISBN: 9783948336004
Verlag: kookbooks
Erscheinung: 10.2019

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